- Pressemitteilung zur Bürgerversammlung am
25. Juni 2009, 18.00-20.30 Uhr
Der
Verein leben wuppertal-nord e.V.
hatte für den 25. Juni 2009 zur Bürgerversammlung eingeladen, um Anwohner und
sonstige Interessierte zum Thema „(Kein) IKEA am Standort der Hausausstellung“
zu informieren und anschließend zur Gesprächsrunde einzuladen.
Als Gast war der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft der Ausstellung
„Eigenheim & Garten“, Herr Andreas Speer, aus Fellbach/Stuttgart
angereist.
Des
Weiteren waren vor Ort vertreten
-
Herr Peter Vorsteher (Fraktionssprecher von
Bündnis90/Die Grünen),
-
Herr Willi Limberg (CDU, stellvertretender
Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises und CDU-Bürgermeisterkandidat Sprockhövel),
-
Herr Rainer Spiecker (CDU-Stadtverordneter),
-
Herr Achim Kiekuth (CDU-Fraktionssprecher
der Bezirksvertretung Oberbarmen)
-
Herr Bieringer (als künftiger Nachfolger des
Bezirksvertreters Kiekuth vorgestellt)
-
Herr Andreas Bergmann (CDU-Stadtverordneter,
Sprecher CDU-Nächstebreck).
Als
sich in der Informationsrunde „Faktenlage“ überraschend herausstellte, dass
Herr Dr. Rolf-D. Volmerig, Vorstand
der Wirtschaftsförderung, anwesend war, wurde dieser um Stellungnahme gebeten. Entgegen
den vorherigen Aussagen des Oberbürgermeisters Jung, dass es sich um eine ergebnisoffene
Planung handele, machte Dr. Volmerig deutlich, dass die Ansiedlung eines IKEAs am
Standort der Ausstellung Zielvorgabe sei. Er formulierte, dass die
Hausausstellung sich auf 40.000m² verkleinern wolle und bereits entsprechende
Gespräche zur Umsiedelung der Ausstellung an einen anderen Standort im
Stadtgebiet zwischen Herrn Speer und ihm geführt würden.
Herr
Speer stellte daraufhin klar, dass eine Reduktion des Areals von derzeit
72.000m² auf 55.000 bis 65.000m² wünschenswert sei („Optimierung“ des Grundstücks:
z.B. Wegfall nicht genutzter Bereiche wie Teich o. Ä, kleinere
Parkplatzflächen). Er betonte jedoch ausdrücklich, dass er in jedem Fall an dem
bisherigen Standort festhalte. Auch deutete er an, dass die Ausstellung keinen
Grund sehe, an Wuppertal festzuhalten, wenn er
– nach 35-jähriger Partnerschaft –
gezwungen würde, das Areal für einen anderen Investor zu verlassen.
Seine Worte als baden-württembergischer Geschäftsmann: „Wuppertal sucht sich
eben eine jüngere Braut“ (so oder ähnlich). Auch das macht deutlich, dass
dieser Umgang mit der Ausstellungsleitung als Vertreter des Mittelstandes,
moralisch nicht korrekt ist.
Kurzum:
Der volle Saal und die Präsenz der Gäste / Politiker führten zu einer sehr
intensiven und kontroversen Diskussion.
·
Mehrfach
wurde von Anwohnern betont, dass die Lokalpolitik mit Ihrem Planungsvorhaben
nicht nur an den Interessen der Hausausstellung, sondern ebenso an denen der
Bürgerschaft und dem Umweltgedanken vorbeigehe.
·
Immer
wieder wurde auf die durch das Autobahnkreuz (A1, A43 und A 46) sowie die B51
äußerst angespannte Verkehrssituation im Siedlungsbereich Wuppertal-Nord und
auf die bereits heute überschrittenen Grenzen der zumutbaren Belastbarkeit
verwiesen.
Konkret
wird durch den Umbau des Autobahnkreuzes allein für die A46 eine Zunahme von
ca. 3.500 Fahrten täglich erwartet. Zusätzlich würde die aktuell diskutierte
Ansiedlung eines IKEA-Homeparks an diesem Standort z.B. allein im Bereich der
Abfahrt Oberbarmen (A46) und damit der B51 eine Mehrbelastung von ca. 16.000
Fahrten täglich bedeuten. In Summe sind das etwa 19.500 Mehrfahrten, d.h. eine
Zunahme von gut 28% täglich – bezogen auf die bisherigen ca. 68.000
ermittelten Fahrten.
Der
Bündnis 90/Die Grünen-Sprecher, Peter Vorsteher wies auf den im Stadtrat
eingebrachten Antrag des moderierten Beteiligungsverfahrens hin, welches die
Standortfrage selbst letztlich aber auch nur moderat in Frage stellt.
Insgesamt
wurden Gesprächs- und Beteiligungsangebote, für den Fall, dass neue Planungen /
Fakten auf dem Tisch lägen, ausgesprochen. Inwieweit sie sich ergeben, wird
sich zeigen. Immerhin stehen wir vor Kommunalwahlen, und momentan will kein
Politiker das Thema IKEA wirklich diskutieren: Da es einerseits – als Marke
IKEA – zunächst viele Menschen positiv anspricht aber in der kritischen Betrachtung
des favorisierten Standortes kritische Fragen aufwirft. (Insbesondere hier Verkehrsbelastung,
Arbeitsplatzzahlen (IKEA versus Ausstellung), Gewerbesteuer)
Der
Standort der Hausausstellung kann dafür nicht in Betracht kommen, weil dafür
ein intaktes Unternehmen für einen IKEA-Homepark weichen soll, das seit
Jahrzehnten für 50 mittelständische deutsche Unternehmen steht, ein wichtiger
Arbeitgeber – auch für den lokalen Sekundärarbeitsmarkt – ist und den
Stadtrandbereich Wuppertal-Nord maßgeblich mit prägt.
Dass
sich hier auch Verantwortliche aus Lokalpolitik und Wirtschaft die Frage
gefallen lassen müssen, ob eine solche Verdrängung eines intakten und
integrierten Unternehmens nach 35 Jahren
moralisch vertretbar ist, stört sie nicht. Möglicherweise hat die Politik noch
nicht den Aspekt und den Wert der Nachhaltigkeit erkannt.
Wir
werden in Wuppertal weiterhin mit stark rückläufigen Einwohnerzahlen zu tun
haben, solange unsere Politiker nicht erkennen, dass auch im Bereich eines
Autohahnkreuzes ein Minimum an Lebensattraktivität zur Wohnqualität gehört.
Bisher galt Wuppertal immer als günstiger und gerade auch wegen der weitgehend
vorhandenen Grünpuffer als grüner Wohnort für in Düsseldorf oder im Umfeld
arbeitende Bürger.
Die
Anwohner, die sich in leben wuppertal-nord e.V. formiert haben, fordern stattdessen
IKEA in Wuppertal, an einem Standort anzusiedeln,
·
der – wie
in anderen IKEA-Städten – von Gewerbe- und Industriebereichen umgeben ist
·
an dem
nicht vorwiegend gewachsene Wohnbereiche/Siedlungen zu finden sind - der nicht
– wie der aktuell diskutierte – bereits heute verkehrsmäßig überlastet ist
und regelmäßig kollabiert
- der
ausreichend Raum für Grünpuffer zwischen Beton, Zu- & Abfahrverkehr
und Anwohnern lässt.
leben
wuppertal-nord e.V. fordert den Erhalt der Hausausstellung am bisherigen
Standort, als langjährigen verlässlichen Geschäftspartner der Stadt Wuppertal
und auch als „Puffer“ gegen die bereits heute grenzwertige Immissionsbelastung
im Bereich das Autobahnkreuzes Wuppertal-Nord.
Außerdem fordern wir eine objektive und nachvollziehbare Überprüfung aller für
ein IKEA geeigneten potentiellen Standorte in Wuppertal!
Wir
danken allen Beteiligten für das offene Gespräch und nehmen zur Kenntnis, dass
sich bis heute Stadtpolitiker der SPD noch nicht zum Gespräch gestellt haben.
- Einladung zur Bürgerversammlung am
25. Juni 2009, 18.00
Die Stadt Wuppertal beabsichtigt auf dem Gelände der
Hausausstellung Eichenhofer Weg einen IKEA-Homepark anzusiedeln.
Wir laden alle Interessenten zur Bürgerversammlung ein.
Ganz besonders herzlich seien hier die Anwohner im Siedlungsbereich Wuppertal-Nord angesprochen!
Im Restaurant (Ausstellung am Eichenhofer Weg) informieren wir alle
betroffenen Anwohner und Interessenten zum Thema "Ausstellung Eigenheim& Garten anstatt IKEA"
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