Am
11. März 2010 fand eine Bürgerversammlung statt, in der
leben wuppertal-nord e.V. über die Themen "Natur&Umwelt" und
"Verkehr" informierte.
Das Thema "Natur&Umwelt" wurde
von Beate Petersen als
gegenwärtige Ausgangslage vorgestellt, während das
Thema "Verkehr"
- von Jürgen Drescher vorgestellt - Szenarien
aufzeigte, die angesichts des Ansiedlungsvorhabens eines
IKEA-Homeparks drohen.
Nach anschaulicher Präsentation eröffnete sich die Diskussion für das
Publikum. Insbesondere durch die Anwesenheit des CDU-Landtagskandidaten,
Rainer Spiecker (Landtagswahlkreis Wuppertal-Ost), dem wir hiermit
nochmals danken, dass er sich dem Thema und der Diskussion stellte.
Dieses soll aber nicht darüber hinweg täuschen, dass es naturgemäß wenig
Einigkeit zwischen den Politikerinteressen und Bürgerinteressen gab.
Schlimm genug!
Den Schein-Ratsbeschluss
über das Ansiedlungsvorhaben IKEAs in Wuppertal
verwechseln oder formulieren Politiker gleichbedeutend mit einem
Beschluss der IKEA-Ansiedlung am Standort der Hausausstellung in
Wuppertal-Nord.
Interessant bleibt festzustellen, dass Herr
Spiecker als Ratsmitglied
über den Sachverhalt selbst schlecht informiert war. Politiker
argumentieren mit allgemeingültigen Aussagen ohne mit konkreten Zahlen
beispielsweise zu Arbeitsplätzen, Gewerbesteuer etc. aufwarten zu
können, wobei sie gleichermaßen von ihren
Argumentationsgegnern dieses fordern.
Aber Rainer Spiecker versprach uns, Entsprechendes (betreffend des
Kaufangebotes der Ausstellung sowie der Alternativgrundstücke)
nachzuholen, sich
ebenfalls zu informieren und
uns über das Ergebnis zu unterrichten.
Aktuell warten wir ...
auf Politikerantworten zum Thema IKEA am Standort der Ausstellung
"Eigenheim&Garten". Wir haben die Kandidatinnen und Kandidaten der
Landtagswahl um die Beantwortung eines Fragenkataloges gebeten. Und
geantwortet haben bisher:
Den
Fragenkatalog und Weiteres finden Sie auch auf dieser Website.
Zitat Rainer Spiecker:
"Das Grundstück der
Ausstellung sei allemal besser zu vermarkten als jetzt mit der
Hausausstellung ..."
Angesichts dieser Aussage auf der Bürgerversammlung
(11. März 2010) wird deutlich, dass sich Wuppertal im
Räumungsverkauf befindet, denn nicht nur Brachflächen, sondern auch alle
Anderen müssen sich nach
der Aussage Rainer Spieckers als auf
dem Prüfstand befindlich sehen.
Unabhängig davon, dass moralische Kultur für unsere Kommunalpolitiker
ein Fremdwort zu sein scheint, vertreten Politiker nicht die Interessen
der Wähler/Bürger sondern die der Investoren. Ohne politisches
Selbstbewusstsein verkauft man an Investoren. Wen wundert es da, dass
Bürger wahlmüde werden.
Herr Spiecker wurde damit moralisch konfrontiert, dass Kommunalpolitiker
eher Interessen der
Bürger zu berücksichtigen haben
(von denen sie im Übrigen auch gewählt werden), als zweifelhafte
Investorenprojekte und eben die Wirtschaft zu vertreten.
Und wen wundert es da, dass sich die Bürger in Wuppertal-Nord nicht des
Eindrucks erwehren können, dass zu Zeiten der hoffnungslosen
Überschuldung Stadtpolitiker bereit sind, Wuppertal-Nord zu verkaufen,
um den gewünschten attraktiven Standort dem Investor IKEA anzubieten.
(Wobei Wuppertal doch weitere attraktive Standorte in Autobahnnähe
hat!?)
Andererseits wird ein Filetgrundstück (geplanter Engineering Park an der
Parkstraße (=ehem. General-Oberst-Hoepner-Kaserne))
an ein Logistikunternehmen vermarktet, das ebenso auf Grund von Größe
und Verkehrsanbindung für einen IKEA-Homepark geeignet gewesen wäre.
Entsteht ein Eindruck des "Verramschen"?
- Eine weit über die Grenzen NRWs bedeutende Ausstellung
"Eigenheim&Garten", Partner des mittelständischen Handwerks, wird
vergrätzt. Bedeutet für Wuppertal: Verlust an Attraktivität, Verlust von
Image.
Ein Grundstückskaufangebot durch die Ausstellung wird nicht wirklich
geprüft, wird ausgeschlagen; irgendwie verbleibt ein Eindruck der
Arroganz.
- Filetgrundstücke werden "irgendwie"
vermarktet. Verliert Wuppertal weiter an Attraktivität, muss Wuppertal
die Flächen tatsächlich "verramschen", d.h. unter Wert verkaufen.
Konzepte der Nachhaltigkeit sind gefragt: Und diese sollten von der
Wirtschaftsförderung wie auch von selbstbewusster Politik vertreten
werden.
Wir
Bürger benötigen ebenso Attraktivität und damit Lebensqualität. Und
dieses geschieht nur im Gleichgewicht, im sensiblen Miteinander von
Leben, Arbeiten und Verkehr.
Wir bitten ausdrücklich darum, unsere Interessen
als
Bürger Wuppertals ernst zu nehmen.
Wir
wünschen schöne Frühlingstage,
mit bestem Gruß
Ihr leben wuppertal-nord e.V.