Das Debattieren an Hochschulen hat eine lange Tradition: In Großbritannien beispielsweise wurde der erste Debattierclub bereits 1815 an der Universität von Cambridge gegründet. In den USA gehört das Debattieren zur Schulausbildung ebenso wie der Schulsport. Seit etlichen Jahren messen sich die Clubs in landesweiten und internationalen Turnieren in Rhetorik. Die Grundidee des Debattierens Gibt es einen guten Krieg? Müssen wir Kriegsverbrecher, auch wenn es (ehemalige) Staatsoberhäupter sind, ausliefern? Sind wir verpflichtet, in Bürgerkriegsregionen militärisch zu intervenieren? Gibt es ein Recht auf Faulheit? Sollten Alleinstehende ein Kennzeichen tragen? Es gilt, Farbe zu bekennen: eine Meinung zu bilden. Und zu verteidigen. Aber wieso streiten? In einer demokratischen, pluralistischen Gesellschaft sind Meinungsbildung und Diskussionen wesentliche Tätigkeiten des öffentlichen Lebens. Es handelt sich um verfassungsrechtlich garantierte Werte, die erst ein freiheitliches Gemeinwesen garantieren können. Auch in den Parlamenten demokratischer Staaten gilt es, Themen umfassend zu erörtern, um anschließend eine sachgerechte Entscheidungsfindung zu ermöglichen. Wieso streiten üben? Debattierclubs debattieren nach präzisen Regeln zu aktuellen, meist politischen Themen. Die festen Redezeiten, das regulierte Fragerecht und die zugelosten Positionen trainieren Rhetorik, Sachkompetenz und Teamwork. Zu zweit oder zu dritt müssen komplexe Sachverhalte schnell durchdacht, gegliedert und angemessen präsentiert werden. Den Kontrahenten ist zuzuhören, ihre Argumente sind zu widerlegen und den gegnerischen Rednern sind möglichst treffende Zwischenfragen zu stellen. Rhetorik und gute Argumentation entscheiden über Sieg oder Niederlage.Pro und Contra kommen abwechselnd zu Wort, jede Rede versucht die vorangegangene zu widerlegen. Eine Jury bewertet die Debatte und hilft den Rednern sich zu verbessern. Turniere sind die Höhepunkte des Debattierens. Sie bilden Knoten im Netzwerk engagierter Studenten mit gutem Allgemeinwissen. Im Wettbewerb messen sich Mannschaften aus Deutschland und der ganzen Welt. Viele Turniere, darunter insbesondere Europa- und Weltmeisterschaften, fördern den internationalen Austausch und englische Sprachkenntnisse. Der persönliche Gewinn In Debattierclubs werden rhetorische Fähigkeiten weiterentwickelt, die deutsche Sprachkultur gepflegt, englische Sprachkenntnisse werden angewandt und verbessert. Dass vornehmlich an Universitäten gdebattiert wird, liegt vielleicht auch daran, dass im Berufsleben Kommunikation und die Fähigkeit, andere zu überzeugen, immer mehr an Bedeutung gewinnen - und dass auf der anderen Seite die Universität mit ihrem Frontalunterricht die Studenten zu wenig auf diese Anforderungen vorbereiten. Da ist Eigeninitiative gefragt. Bei nationalen und internationalen Turnieren lernt man Debattierer aus aller Welt kennen - und hat bei all den rhetorischen Auseinandersetzungen, aber auch bei Diskussionen nach den Debatten, beim Feierabendbier oder rauschenden Ballnächten mit vielen Menschen einfach Spaß. Den gibt's bei unseren Clubabenden natürlich auch - inklusiven gemeinsamen Feierabendbier nach den Debatten. |