Der Debattierclub Streitkultur Tübingen wurde am Sonntag zum
Deutschen Meister 2010 gekürt! Lest hier den Bonner Turnierbericht! Peter Croonenbroeck
und Philipp Stiel (im Bild v.l.) debattierten den Verein vom Neckar zum Sieg; die Ehrenjury zeichnete Philipp
zudem als besten Redner der Finaldebatte aus! Herzlichen Glückwunsch Philipp,
herzlichen Glückwunsch Streitkultur! Wir feiern mit Euch und freuen uns besonders, dass der Titel in diesem Jahr an einen Verein geht, mit dem wir eng befreundet sind. (Viele Mitglieder des Debattierclub Bonn sind zudem ordentliche oder fördernde Mitglieder der Streitkultur Tübingen, bei den vergangenen ZEIT DEBATTEN in Tübingen waren stets auch Bonner unter den Chefjuroren und bei der Vereinsmeisterschaft der Streitkultur hatten in den vergangenen Jahren Bonner die Nase vorn.)
DONNERSTAG: Gemeinsam mit den
Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Deutschen Debattiermeisterschaft (DDM) war
auch der Sommer nach Münster gekommen. Ein großes Glück! Am
Donnerstagabend gab es für uns nach Vorrunde und Erbsensuppe (es gab wirklich
nur Erbsensuppe, kein Witz!) gleich die schönste Überraschung: Anna Hörtensteiner
von "Bücher Sirius" überreichte uns einen symbolischen Scheck: Mit
500 Euro sponsert die Buchhandlung ein Turnier in Bonn! Anna, die
Besitzerin der Buchhandlung, hatte im Dezember die Unterstützung eines Turniers
für den Club ausgeschrieben, der die meisten Unterstützer unter den Kunden der
Buchhandlung hat. Und das sind wir! (Im Bild: Benedikt Flöter nimmt für unseren Club den Scheck von Anna entgegen.) Danke "Bücher Sirius" und danke
den Kunden von "Bücher Sirius", die uns unterstützen! Weitere 500
Euro sind ausgeschrieben für den Club, der im kommenden halben Jahr die meisten
Unterstützer findet - also: Bestellen
und für den Debattierclub Bonn stimmen! Den Rest des Donnerstagabends
verbrachten wir in einem Biergarten mit alten und neuen Freunden: Debattanten
aus über 30 Clubs waren zur DDM gekommen!
FREITAG: Am Freitag hieß es viel zu
früh: Aufstehen! Zwei Vorrunden sollten am Vormittag durchgezogen werden. Dafür
war am Nachmittag lange Leerlauf. Unser Team "Bonn Der Alte" (Bene und Julian Boor, im Bild bei der Ankunft am Donnerstag) mietete sich kurzerhand ein Segelboot,
sammelte zwei "ragazze italiane" ein (Verena "Vrorosa"
Gräf und Anja "Polypepper" Pfeffermann, die bei dem
Turnier für Bozen starteten) und erkundete den Aasee, der sich direkt vor der
Jugendherberge erstreckte, vom Wasser aus. Auch Köln segelte über den See und
hätte - im Gegensatz zu unseren Jungs - die dritte Vorrunde des Tages fast verpasst: Der
Wind für Köln stand nicht so gut! Das allerdings galt nur fürs Segeln, nicht
für's Debattieren... Nach der letzten Vorrunde für den Freitag gab es
Abendessen in der Mensa und eine Party an selbigem Ort. Ein paar Leute
zappelten auf der Mensacharmetanzfläche, andere saßen auf der Terrasse oder
standen im Betonwändevollgraffitiflairhinterhof, rauchten, erzählten, lachten
und tranken Bier.

Die zukunftsträchtigste und wichtigste Verkündung machte am Freitag unser
Tim
Richter (im Bild: Tim bei der Ankündigung): Tim ist ja nicht nur ein wertvolles Mitglied unseres Clubs,
sondern steht auch dem Dachverband VDCH vor. Der VDCH ist zuständig für die
ZEIT DEBATTEN einschließlich der Deutschen Meisterschaft. Nach langen und
anstrengenden Verhandlungen konnte Tim nicht nur verkünden, dass die
Hauptsponsorin der Serie, die Wochenzeitung DIE ZEIT, den VDCH und die ZEIT
DEBATTEN weiter unterstützt. Darüber hinaus konnte mit der (in Bonn
ansässigen!) Deutschen Telekom AG ein "Nationaler Förderer" gewonnen
werden. Gemeinsam mit dem ZDF ergibt das ganze dann ein "Partnerdreieck"
des VDCH und sichert in den kommenden Jahren die ZEIT DEBATTEN! Herzlichen
Glückwunsch unserem Tim! Übrigens:
Gudrun Lux, die für uns als Jurorin
und für die Achte Minute als Rasende Reporterin bei der DDM war, hat schon
angekündigt, dass sie ihren bisherigen Mobilfunkvertrag kündigen wird, um auch
endlich ein schickes iPhone zu bekommen - von der Telekom. Angeblich haben sich ein paar Leute aus der Szene auch schon bei der GEZ gemeldet, seit das ZDF unser Partner ist ;)
SAMSTAG: Immernoch Sonnenschein,
drei Vorrunden und dann der heißumkämpfte "Break" ins Viertelfinale,
Viertelfinale, "Party". Das war zusammengefasst das Samstagsprogramm. In Wirklichkeit
natürlich alles viel nervenaufreibender! Zu zwei Vorrunden gab es kein "Feedback"
mehr und so wussten wir nicht, wo wir in der Teamrangliste, dem "Tab" stehen
und fieberten wie die meisten Clubs dem "Break" entgegen. Doch für uns Bonner
hieß es vielfach jubeln, als der "Break" ins Viertelfinale verkündet
wurde: Als bestes Team hatten unsere Freunde und Nachbarn vom Rhein aus Köln
die Vorrunden abgeschlossen. Und auf Rang 6 breakten souverän unsere Jungs: Das
Team "Bonn Schmidt Schnauze" (Tim und
Volker Tjaden) hatte nach sieben Vorrunden 15 Rangpunkte gesammelt und zog so ins
Viertelfinale ein. Und auch unsere Freunde aus Tübingen wurden von uns
natürlich ausgibig beklatscht – schließlich ist Volker "ursprünglich" Tübinger
und Tim und Gudrun sind gemeinsam mit
Benedikt
Nufer amtierender Vereinsmeister der Streitkultur. Dass Bene Nufer mit
seinem Teampartner ebenfalls breakte, löste bei uns folglich ebenso Jubel aus. Für
die anderen Bonner Teams reichte es leider nicht ganz; das Team "Bonn
Birne" (
Clemens Struck und
Martin Thelen, im Bild zwischen den Vorrunden vor der Schule, in der eben diese ausgetragen wurden) hatte 9 Punkte
gesammelt, "Bonn Der Alte" (Bene und Julian) konnten gar 11 Punkte
vorweisen - 13 Punkte waren zum Weiterkommen allerdings nötig. Doch so hatte "Schmidt
Schnauze" jetzt ein gutes Publikum, denn "Birne" und
"Der Alte" jubelten Tim und Volker im Viertelfinale gerne
zu. Auch unsere Juroren waren allesamt weiter im Turnier: Gudrun,
Isabelle
Loewe und
Stephan Schmitz jurierten in den Viertelfinals - konnten so
aber leider Tim und Volker nicht unterstützen.

Im Viertelfinale am Samstagabend trafen unsere Jungs auf ein
Team aus Stuttgart und zwei Teams aus Berlin. (Im Bild: Stephan, ganz rechts, im Jurorenpanel eines anderen Viertelfinales.) Am Samstagabend wurde "gefeiert" - das Essen auf der
sogenannten Party war dabei leider quasi unerreichbar. Der ein oder andere gab
nach zwei Stunden Schlangestehen auf; Isa, Tim und Gudrun glänzten durch die
intelligente Idee, sich einfach eine Pizza zu bestellen. Gedacht, getan - Hunger gestillt. Bereitwillig wurde die Pizza auch mit anderen Hungernden, darunter Daniel Sommer aus Heidelberg, geteilt. Die DDG verlieh ihren
Nachwuchspreis, die Chefjuroren zeichneten einen Nachwuchsjuror aus und Bernd Hoefer erzählte auf der Bühne ein
paar amüsante Minuten lang ein paar Geschichtchen aus den vergangenen neun
Jahren Debattieren in Deutschland; während sich die Altgedienten unter den
Anwesenden amüsierten, zog der ein oder andere "Neue" gähnend die Zigarette vor
der Tür dem stickigen "Festsaal" (oder nennen wir es Hinterzimmer?) vor. Doch
dann kam endlich der Halbfinalbreak! Und: Hurra, hurra! Bonn weiter! Außerdem
breakten Teams aus Köln, Tübingen, Hamburg, Jena, Berlin und München.

SONNTAG: Halbfinaltag!
Nach doch recht viel Schlaf – die "Party" animierte kaum zum bleiben – standen Tim
und Volker für uns im Halbfinale! (Im Bild: Tim und Volker auf der Oppositionsbank im Halbfinale.) Gudrun rannte den halben Tag mit einem
ZDF-Kamerateam rum, da das ZDF einen Film über die Meisterschaft drehte und
Gudrun in VDCH-Auftrag den Journalisten mit Rat und Tat zur Seite stand. Ein Glück, dass sich die ZDFler aufgrund der Raumverhältnisse
entschieden, das Halbfinale zu filmen, in dem Bonn debattierte! So konnten alle
Bonner "Schmidt Schnauze" unterstützen. Tim und Volker lieferten eine brillante
Vorstellung! Das Publikum war beeindruckt, darunter viele erfahrene Juroren,
die erstaunlicherweise im Halbfinale nicht als solche eingesetzt wurden. Die Jury – angeblich Stellvertreter
des Publikums – entschied anders. Wenig nachvollziehbar winkte sie neben
unseren Freunden aus Tübingen ein Berliner Team ins Finale durch.

Einige von uns verstanden das als Zeichen, die Veranstaltung
in Münster jetzt zu verlassen und nahmen den nächsten Zug nach Hause. Unsere "alten
Hasen" hielten aus, sie mussten ja auch repräsentieren, Medienvertreter betreuen,
Meldungen machen, twittern, bloggen und – im Falle von Isa – jurieren.
Im Finale standen zwei Berliner Teams sowie Peter und Philipp für Tübingen und
Clemens Lechner und
Moritz Niehaus für Jena. Clemens und
Moritz gehören zu den erfolgreichsten Rednern der letzten Jahre: Bereits
zum dritten Mal standen sie nach 2007 und 2009 im Finale der Deutschen
Meisterschaft! (Im Bild: Die Oppositionsbank beim DDM-Finale, rechts Moritz und Clemens.) Die Debatte zum Thema "Dieses Haus glaubt, dass militärische
Mittel zur Durchsetzung von wirtschaftlicher Interessen gerechtfertigt sind"
wurde mittelmäßig aufgesetzt und von der Eröffnenden Opposition gut gekonntert.
Sehr unterhaltsam: Die Rede von
Filip
Bubenheimer (Berlin), der intelligente Analyse mit großem Sprachwitz und
rhetorischem Geschick verbindet. Doch dann kam der Tübinger Philipp und drehte
die Debatte erstaunlicherweise wieder um – aus der Schließenden Regierung
heraus räumte er nun vom Tisch, was die Eröffnende Regierung liegengelassen
hatte.

So sah das auch die Ehrenjury: Offensichtlich war die
Entscheidung schwer, welcher Philipp/Filip denn nun der beste Redner war.
Zunächst wurde Filip aus Berlin verkündet – dann der Irrtum korrigiert: Oh
nein, der Preis geht an den Neckar! Wir freuen uns für beide Philipps/Filips,
die beide großartige Reden gehalten haben. (Im Bid: Philipp Stiel bei seiner später preisgekrönten DDM-Finalrede.) Die Entscheidung, welches Team und
damit welcher Club den Sieg und den Titel "Deutscher Debattiermeister 2010"
errungen hatte, löste Jubelstürme und stehende Ovationen aus: Die Streitkultur
Tübingen ist Deutscher Meister 2010! Liebe Streitkultur, wir jubeln mit Euch und sind stolz: Zwei Bonner sind amtierender Vereinsmeister des frisch gekürten Deutschen Meisters im Hochschuldebattieren! Und alle so: YEAH! TÜBINGEN!
Wer mehr lesen will: Natürlich gibt es auf der Achten Minute eine Menge Berichte und Eindrücke zu finden.
Bildnachweis:
Bild 1: Christoph Krakowiak, Streitkultur Tübingen
Bild 2: Achte Minute
Bild 3 und 4: Manuel Adams, mehr seiner Fotos sind auf der Internetseite der Hanse Debating Union Bremen abrufbar.
Bild 5, 6, 7, 8,9: Florian Zeidler, Uni Münster, mehr seiner Bilder auf seiner Internetseite abrufbar.