Übemidis

die midiseite oder: der computer als drehorgel


Natürlich sind MIDI-Dateien nicht halb so musikalisch wie das Übungsmaterial, das unsere Chordirektorin regelmäßig einspielt. Sie haben eben den dezenten musikalischen Charme einer Drehorgel – mehr nicht.

Doch sofern man über geeignete Software verfügt, kann man mit Midis dafür allerhand anstellen: die vertrackten Sechzehntel-Passagen schön langsam durchhören, ohne dass die Tonhöhe sich dabei ändert, oder die eigene Stimme lauter als die anderen machen, um sie endlich richtig in den Kopf zu bekommen. Und wer ganz kühn ist, stellt den eigenen Part kurzerhand à la music minus one ganz ab und singt ihn gegen die übrigen Stimmen. Doch Vorsicht: Damit kann man sich ziemlich leicht den Unmut seiner Mitmenschen zuziehen!

Prinzipiell ist aber keine besondere Software nötig, um Midis überhaupt zum Klingen zu bringen. Die entsprechenden Minimalprogramme sind bei allen modernen Betriebssystemen im Preis inbegriffen, und wenn der Computer mit einer Soundkarte und Lautsprechern (vulgo "Brüllwürfel") ausgestattet ist, sollte es eigentlich funktionieren. (Eine wesentlich bessere Lösung finden Sie übrigens weiter unten ...)

Die Midis auf dieser Seite sind mit Absicht "trocken" gehalten. Die Tempi sind eher etwas zu gemächlich genommen; Fermaten wurden komplett ignoriert; Phrasierungen gibt es nicht. Die Stimmen entsprechen dem General-MIDI-Standard und sind folgendermaßen verteilt:

Stimme Instrument Balance
Sopran Flöte rechts
Alt Oboe rechts
Tenor Klarinette links
Bass Fagott links
Solisten Saxophon Mitte
Klavierauszug Piano Mitte

In doppelchörigen Nummern ist Chor I rechts, Chor II links zu hören. Von diesen Stücken gibt es zusätzlich zwei Varianten, in denen ein Chor deutlich leiser und mittig ausbalanciert ist, während der andere wie oben erläutert erklingt. Bei reinen Frauen- bzw. Männerchorpartien erklingen Sopran/Tenor und Alt/Bass jeweils auf einer Seite. Außerdem gibt es in einigen Dateien noch eine zusätzliche Tempospur, in der ein simples Klickgeräusch im jeweils richtigen Rhythmus mitläuft.

PS.
Für die Saxophone gebührt natürlich den Damen und Herren SolistInnen eine errötend dahingestammelte Entschuldigung. Aber Saxophone setzen sich einfach so schön deutlich vom übrigen Holz ab. Und die Sache ist wirklich nicht despektierlich gemeint.

PPS.

Vollständige Kontrolle über MIDI-Dateien haben Sie mit einem MIDI-Editor. Derartige Programme haben allerdings zwei wesentliche Nachteile: Erstens gibt es nur wenige frei verfügbare Editoren, und zweitens brauchen Sie zum Umgang mit solcher Software schon etwas Übung. Doch keine Angst, die Hilfe ist nicht fern. Mit vanBasco's Karaoke Player steht ein wunderbar einfach zu bedienender MIDI-Player zur Verfügung, der als "Übungsgerät" wirklich keinen Wunsch offen lässt: Sie können das Tempo regulieren (langsamer ist beim Üben ja manchmal besser), den Satz ganz nach Geschmack höher oder tiefer transponieren (falls das Stück nicht so recht zu Ihrer Lage passt) und einzelne Stimmen hervorheben oder ganz ausblenden (wenn sich der Bass mal wieder vom Tenor gestört fühlt ...)

Und das Allerbeste: vanBasco's Karaoke Player ist Freeware! Sie finden das gute Stück unter www.vanbasco.com. Dass das Programm derzeit leider nur auf Englisch erhältlich ist, kann man angesichts dieser fantastischen Leistung wohl leicht verschmerzen ;-)

Und hier sind sie nun endlich: Die Seiten mit den Übemidis

Haydn: Schöpfung