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Mein Name ist Marieddy Rossetto.
Ich leite den Chor der Konzertgesellschaft Wuppertal. Mit fünfzehn habe ich mit dem Singen angefangen, und seit dieser Zeit singe ich leidenschaftlich gern.Aufgewachsen bin ich in Brasilien. Dort lernte ich an der Musikschule von Santos Klavier und später auch das Dirigieren. In dieser Zeit entschloss ich mich, die Musik zu meinem Beruf zu machen. Mit neunzehn ging ich nach Brasilia, um dort an der Universität Musik zu studieren und an der Musikschule zu arbeiten. In Brasilia leitete ich den Chor der Musikschule und den Chor einer großen Telefongesellschaft; etwas später gründete ich den Universitätschor. Außerdem beschäftigte ich mich in dieser Zeit auch sehr intensiv mit Kammermusik, Liedbegleitung und Neuer Musik. Auf eine Empfehlung meines Klavierlehrers lernte ich Deutsch am Goethe-Institut. Durch den Kontakt mit der Sprache fing die deutsche Kultur an, mich zu faszinieren; mein Traum war es, die Musik einmal dort zu erleben, wo sie entstanden war. Dazu kam noch, dass es in Brasilien das Studienfach Chorleitung nicht gab. Ich bewarb mich also beim Deutschen Akademischen Austauschdienst um ein Stipendium für Deutschland und wurde nach einem langwierigen Verfahren unter 100 Antragstellern ausgewählt. So kam ich dann nach Köln, um dort an der Musikhochschule Chorleitung zu studieren. Außerdem lernte ich in Köln meinen Mann kennen; wir haben geheiratet und eine Familie gegründet. Trotzdem schaffte ich es, nach sieben Semestern meinen Abschluss als Diplom-Chorleiterin zu machen. Dem Studium folgte ein fünfjähriger Aufenthalt in Brasilien. Mein Mann hatte einen Arbeitsvertrag als Lehrer an der deutschen Schule von Sao Paulo, und ich hatte während dieser Zeit viele Gelegenheiten, meine Arbeit als Chorleiterin und Dirigentin fortzusetzen. Als der Vertrag abgelaufen war, kehrten wir nach Deutschland zurück. 1993 kamen wir wieder nach Köln. Es dauerte ein Jahr, bis ich mich auf die vakante Stelle der Leitung des Chors der Konzertgesellschaft in Wuppertal bewarb und hier auf eine sehr engagierte und offene Gruppe traf , mit der ich schon nach kurzer Zeit intensiv arbeiten konnte. Wenn in einem Chorkonzert alles stimmt, dann spüren wir etwas, das über das rein Musikalische noch hinausgeht. Die menschliche Stimme ist der Seele am nächsten; kein anderes Instrument kann Gefühle so intensiv ausdrücken. Und wenn alle konzentriert, rücksichtsvoll und einfühlsam singen, geschieht etwas Wunderbares: Die verschiedenen Persönlichkeiten, Altersgruppen, Kulturkreise, Nationalitäten und Motivationen verschmelzen im Augenblick des Konzerts vor dem Publikum zu einer Einheit, die eine Komposition überhaupt erst zur Musik werden lässt. Und genau das konnte ich mit dem Chor immer wieder erleben. Es gab wunderbare Aufführungen unter verschiedenen Dirigenten, und wir erfuhren die Anerkennung und die wohlwollende, manchmal begeisterte Resonanz unseres Publikums. Die Anziehungskraft dieser Arbeit ist so groß gewesen, dass ich mich mit meiner Familie schließlich in Wuppertal niedergelassen haben. Hier haben wir vieles gefunden, was uns zufrieden und glücklich macht.
mehr Informationen über Marieddy Rossetto [ein Werkverzeichnis, eine ausführliche Vita & mehr] unter www.marieddy-rossetto.de |
