Die persönliche Entscheidung sich selbst treu zu bleiben, seinem
Weg zu folgen, kann in den Augen des einen oder anderen, sowie in pikanten
Lebenslagen auf Missverständnis, Eifersucht oder Belächeln stoßen - kurz auch
ein Laster sein.
Wenn wir zurückblicken in die Zeiten unserer Kindheit, verspüren wir Trauer oder Glück! Egal ob Leichtigkeit oder Schwermut wir hatten Träume und Ziele, solche die im Rad der Zeit langsam sich verwischen und verzerren. Wenn wir dann auf unseren derzeitigen Lebensweg blicken, der von Mitmenschen und Gesellschaft verändert worden ist, erleben wir oft Leere und Zweifel! Die Frage nach dem persönlichen setzen von Zielen und der Anpassung an die Gesellschaft entpuppen sich als krasser Widerspruch. Die traurige Erkenntnis trifft dann jeden, wenn er sich eingestehen muss, sich selbst verloren zu haben. Sicherlich ist es streitbar ob es eine Bestimmung und ein „wahres“ Ich überhaupt gibt, doch ist es naheliegend, dass jede kleinste Veränderung –nach dem Prinzip „Ursache und Wirkung“ – uns von Ihm entfernen oder ihm näher kommen! Leben im Jetzt heißt die vielgepredigte Devise, doch selbst dem naiven Lebemann oder dem ernsthaften Künstler bereitet dieses Vorhaben Schwierigkeiten.
Es ist eine klare Tatsache dass der Weg der Selbstfindung und künstlerischen Einzelgängerverhalten im Grunde auf Widerspruch mit den vorhanden Normen und Werte der Mitmenschen trifft! Ich möchte auch als ein solches Exemplar behaupten, dass es einem zu einem Laster werden kann. Doch wenn man etwas kritisiert und hinterfragt, habe ich erkannt , dass es sehr hilfreich sein kann auf die Alternativen zu blicken! Was ist die Alternative zur persönlichen Treue und dem fördern seiner Begabungen und Talente – sein Sie noch so unpopulär? Es ist wohl das Leben als Herdenschaf und inhaltslosen Bejahen aller vorhandenen Werte, dass tägliche Erkennen der persönlichen Identitätslosigkeit, im Extremfall der Verlust des Vertrauens in die Echtheit seiner Persönlichkeit!
Der vorgeschlagene Weg der persönlichen Bestimmung ist am Anfang von Kritik und Missverständnissen geprägt, es ist ein Steigen in einen Brunnen, dessen Tiefe nicht bekannt ist. "Doch ist es kein Zeichen von Gesundheit an eine von Grund auf kranke Gesellschaft angepasst zu sein" (J.K), und der eingeschlagene Weg entpuppt sich nach den kleinen Konflikten als kraftvoll, vitalisierend und belebend! Es ist vermutlich der Weg von dem der Mensch am meisten Angst hat, doch liegt in ihm eine verborgene Schönheit, ein persönlicher Glanz und die Erneuerung. "Jeremias J." |

