![]() Trennungsphasen und ihre Lernmöglichkeiten: In unseren Beziehungen zum Leben, Beziehungen zu Partner/innen und zu persönlichen Lastern durchlaufen wir oft Trennungsphasen. Sei es durch einen Vertrauensbruch, eine einschneidende Veränderung die Ihren Weg erzwingt oder ein Impuls aus dem Herzen nach Freiheit. Trennung ist wie Bindung notwendig und Lernintensiv. Warum werden die schönen Zeiten in einer Beziehung immer an ihrem Trennungsgrund gemessen? Ist es nicht die wunderschöne gemeinsame Zeit im Rückblick, die den Trennungsgrund in Schatten stellen sollte? Die Antwort auf die gestellten Fragen kann jeder nur in sich selbst finden. Klar ist aber, dass diese schweren Phasen auch eine Neuorientierung und somit Platz für eine Selbstfindung bieten. (Anmerkung aus dem Gedicht Stufen von Hermann Hesse: „Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne, Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern In andre, neue Bindungen zu geben“) Leben ist Sterben zugleich, in jeder Beziehung existiert eine unterschwellige Trennung, die wenn nicht durch den Tod, in einer individuellen Form eines Tages hervorbricht. Jeder von uns kennt die enorme Energie die entsteht, wenn wir uns aus bekannten Umfeld entfernen und neue Wege ergründen. Es ist eine Wiederkehr und ein Wille des Lebens, Erfahrungen im Neuen und Unbekannten zu fordern, nicht nur im gewöhnten Lebenskreis. (Gedicht Stufen von H.H: „Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen, Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.“) Solch Trennungsphasen sind schmerzvolle und ergreifende Ereignisse, wir dürfen nicht Vergessen, dass das Lebens selbst auch Trennung ist. Trennung von der Jugend und der Leichtigkeit, ein Fortschreiten in neue Rollen und Verpflichtungen, letztlich die Trennung vom Selbstbild und der Ich-Identität unaufhaltsam in den Tod hinein... Ich möchte in diesem Thema Hans Jellouschek einbinden, der auf die bedingte Notwendigkeit von Trennungen für reifere Beziehungen hinweist. (Jeremias J. 16.9.09) Hans Jellouschek - "Wie ein Mann zur Liebe findet" S 86-87: "Trennung ist nicht ein Gegensatz zur Paarbeziehung, sondern gehört zu ihr dazu. Sie ist immer wieder in verschiedensten Formen nötig, damit das Paar in die beiden weiteren Phasen, die ich genannt habe, in die Phase der Wiederannäherung und die Phase der Vereinigung auf reiferen Stufen, eintreten kann. Die Trennung dient der Individuation. Sie ist darum die Voraus- setzung, dass die Liebe reifen, sich vertiefen und intensivieren kann." ![]() Meine persönliche Interpretation zu den 5 genannten Stufen findest du in den Klammern. 1. Die Phase der Verschmelzung (" 1. Kontakt, Verliebtheit, Abenteuer") 2. Die Phase des Widerstandes gegen die Verschmelzung ("Betonung der Unterschiede, ungleichgewichtiger Beziehungsstil - Autoritär - Demut") 3. Die Phase der Distanzierung " ("Trennung, Desillusionieren, Konfrontation mit der Wirklichkeit") 4. Die Phase der Wiederannäherung" ("erneute Kontaktaufnahme, Wiederfinden, Genuss und Leidenschaft") 5. Die Phase der Vereinigung auf einer reiferen Stufe (" Verwirklichung, Entfaltung, Bindung, Treue, der gemeinsame Weg") Ich hoffe dieser literarische und persönliche Einblick in die Welt der Trennungen und Neuorientierungen konnte dem einen oder anderen "einsam gestrandeten" oder "glücklos vergebenen" neue Impulse und Denkanstöße vermitteln. (Jeremias J. 16.9.09) |


