Nathan Mehusalem:
Die Sehnsucht nach der Ewigkeit - Die Suche nach der "Schöpfers Bahn"Was sind wir Menschen doch nur kurze Momente der Zeit, ein Lidschlag der Geschichte, eine kleine Bewegung des Sekundenzeigers der Äonen, kaum da, schon verweht. Wie ephemerische Feuerfunken am nächtlichen Himmel, hell leuchtend - schnell verlöschend. Lang ist die Zeit in der wir nicht waren - kurz nur sind wir - und lang ist die Zeit in der wir nicht mehr sind. Nicht jeder kann in diesem, ach - so kurzem Leben, "eine Spur auf des Schöpfers Bahn" hinterlassen und alles, jedes und jeder ist dem ewigen Spiel von Werden und Vergehn unterworfen. Was bleibt da anderes übrig als uns in dieses - vom Universum und der Evolution als Teil desselben - aufgezwungene Dasein zu fügen ?

"Die Suche nach Sinngebung ist eher ernüchternd, denn tröstend"
Um dieses kurze Dasein wenigstens erträglich zu machen bedarf es - außer einer materiell-sozialen Sicherheit – vor allem der Sinngebung in einem a priori sinnlosen Kosmos. Aber selbst diese Sinngebung hat nur ein Feedback in uns selbst und kann auf kein externes Axiom, keine quasi "kosmologische Konstante" zurückgreifen – außer, man sucht sich aus der Bibliothek unzähliger mehr oder weniger "heiliger Schriften" das Passende raus und fertig ist die private Patchwork-Religion.
Was für ein Trost – eher ernüchternd denn tröstend, zumal – m.E.(!) - alle Religionen für einen durch naturwissenschaftliche und philosophische Vernunft inspirierten Geist ("sapere aude") absolut unbefriedigend und ungeeignet zur Welterklärung sind, u.a. wegen ihrer Verhaftung in Mythen, Archetypen, ekstatischen Visionen,Wundergläubigkeit, Quellenunsicherheit - und verfälschung, Synkretismus, vor-wissenschaftlichem Aberglauben und an ihre in archaischer Entstehungszeit gebundene moralisierende Theologie, die meist aus einer allzu leicht durchschaubaren anthropo-morphen bzw. anthropo-affinen Gottesvorstellung abgeleitet ist und mehr konkrete soziale Interessenbedienung ihrer Zeit widerspiegelt als das sie transzendentale Offenbarungen sind. Letzteres die Religionen ja immer von sich behaupten ohne jemals den Beweis führen zu können. Gleichwohl ist jeder theologische Beitrag der zur friedlichen Ko-Existenz der Religionen untereinander bzw. mit dem aufgeklärten Humanismus und naturwissenschaftlichen Weltbild beiträgt oder gar zur Fortentwicklung von Religionen als solchen führt, sehr verdienstvoll und anerkennswert – das ist unbestritten !

"Der Mensch und seine hineingeborene Haut - die Sehnsucht nach einem anderen Schicksal"Zurück zum Anfang : oder – man erklärt den Verlauf der Evolution des Kosmos und der terrestrischen Biosphäre zum Menschen hin – zum universellen Sinn als solchen. Aber selbst dieser konstruierte(?) Sinn kann nicht die pan-ultimative Frage beantworten : warum ? Schon gar nicht auf der individuellen Ebene wo die Gedanken wohl eines jeden Menschen irgendwann einmal an dem Punkt der Selbstbefragung ankommen, warum ICH so ein Schicksal und so ein Leben leben musste und kein anderes ! Exkurs : führt auf eine in einem späteren Beitrag zu behandelnde Frage nach dem Wesen des Ich hin und warum jedes Ich sich die Frage stellt, warum es in diesem und keinem anderen Körper "steckt".
Ein philosophischer Ausflug - Nichts im Leben ist gewiß
Am Ende dieses kleinen philosophischen Ausflugs ohne Antworten und ohne Lösungen, lasse ich Goethe zu Wort kommen. Eines seiner vielen beühmten Zitate wird wohl Gültigkeit haben bis an der Welt Ende : "Nach ewigen, ehernen, großen Gesetzen müssen wir alle unseres Daseins Kreise vollenden." Wenn was bleibt – dann wohl das - und selbst das ist nicht gewiß.
Copyright: Nathan Methusalem (blauer Text) / Überschriften, Einleitung und Schlusswort Jeremias J.

"Die Suche nach dem Lachen - das über den Konflikten steht" (J.J)
Die Sehnsucht nach einem anderen Schicksal, das Wissen über nichts Gewisses und die Sehnsucht des Menschen nach Ewigkeit..mein Freund Nathan hat die Ur-Fragen des Menschen haarscharf durchleuchtet. Es bleibt wohl die ernüchternde Tatsache, dass es nichts zu halten gibt in unserem Leben, dass wir schwimmen und fliegen, fallen und ertrinken, dass wir aus unserer evolutionären Anlage heraus zwar nach Sicherheit streben, doch dieser innigste Wunsch nur eine Illusion ist. Wir sehen unserer Geburt als Beginn unserer Zeitrechnung, messen unserer Person besonderen Wert zu, sind erschüttert wenn wir von Schlägen und nicht gewollten Wegänderungen des Lebens getroffen werden. Wir sind nur ein kleiner Punkt, ein kleines Atom, ein kleinstmögliches Element in dem großen Kosmos des Menschendaseins. Selbst das Menschendasein ist ein kleinst möglicher Abspann in der Weltgeschichte. Warum sollen wir uns also quälen, wenn uns nur das Ende gewiss ist - lasst uns Lachen... lasst uns Leben!
"Es gibt ein Lachen, das über den Konflikten steht. Es gibt ein Weinen, das aus dem Innersten heraus befreit. Es ist das Leben, das aus einem Wechselspiel von Lachen und Weinen, alles davor und danach existierende überweilt!" Jeremias J.