Zeit: Unser Leben spiegelt eine Routine wieder, frisch erwacht bestreiten wir unsere großen Verantwortungen und kleinen Rollen. Gedankenlos über den Lebenskreis, Bestimmung und Dauer, treiben wir von Gegenwart zur Zukunft in die Vergangenheit. Quälen uns zwar jeden Morgen mit einer großen Portion neuer Sorgen, so kreisen unsere Gedanken um uns Selbst, Probleme, Krisen, selbst erschaffen entwickeln sich zu großen Sachen. Jeden Tag ein bisschen müder, streben wir nach größeren Vergnügen und übersehen steht’s die Zeit fließt vorüber. Voll Stolz und Anmut erhalten wir die Vorstellung unserer Wichtigkeit, fühlen uns getrieben von hoher Bestimmung und sehen uns im Lichte der Unendlichkeit. „Nichts währt ewig spricht der Vater“ – erhört wird er von unserem überheblichen Gelächter. So vergeht Stund um Stund, das Spiel der Rollen und Geschlechter, ein neues Kind, ein Enkel kommt spricht das lächelnden Gesicht der alten Mutter. Es folgen die 7 Akte nach Shakespeare, vom Kleinkind zum Junge, vom Jüngling zum Vater, letztlich zum Greis, so sprach er von seiner letzten Stunde. Unberührt vom Rat des Alten, übereilt und zukunftsorientiert, kreisen unsere Gedanke um Vergangenes und streben nach der goldenen Zukunft, unberührt vom leisen Flüstern des abendlichen Regens. Der Herbst kommt über das Land, doch der Tod bekommt selten Bedeutung in unserem Bestreben, denn er trifft bekanntlich die anderen im Leben! So dünkeln wir im Schall und Rauch und züchten, kultivieren und leben unsere fernen Illusionen. Beklemmend und Befremdend, aus unerwarteter Stunde geboren, entreißt der ferne Todesbote die geliebte Mutter. Fragen und Klagen ertönen aus der Stimme der verzweifelten Tochter „Ein böser Traum – warum passiert es mir? Süß zwitscherte die Stimme der verlorenen Mutter“. Sinnesfragen und schmerzvolle Lebensklagen werden geboren – übrig bleibt ein einsames Grabmahl und der weinende Wind des Nordens. Wo liegt der Sinn und die Symbolik im schweren Einzelschicksal? Ist es das Schicksal des einzelnen oder betrifft es alle Generationen? Trifft es nicht auch den Freund, den Nachbar und die Sterne – wahre Gedanken werden überhört in Phasen des Dunklen. Der Wandel der Zeit, der Rhythmus des Lebens, hoch erklommen – tief gefallen, lehrt uns das Gesetz des Lebens. Es ist töricht zu glauben der Gotteswille oder des Lebkreises-Sinne verschont uns mit solch bitteren Pillen. Die Lektion des Lebens ist einfach und klar, nichts bleibt wie es einmal war.. ...„Alte Tote müssen neuen weichen (M.K)“, jeder Tag unterliegt dem Prinzip der Todesnähe, „wahrlich keiner ist weise der nicht das Dunkel kennt(H.H)“(Hommage an die verstorbene Mutter meiner Partnerin 27.8.09 Jeremias J. )
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