Hintergrund zu meinem Video
Die Frage nach den vielen versteckten und bewussten Masken in uns, begleitet mich schon seit einigen Jahren. In den letzten Wochen ist das Verlangen nach Aufklärung und Bekenntnis lauter geworden. In diesem Thema habe ich einige Hintergrundinformationen zu meinem Video gesammelt.
"Du fragst mich wie ich zum Narren wurde? Das geschah so: Eines Tages, lange bevor die vielen Götter geboren waren, erwachte ich aus einem tiefen Schlaf und gewahrte, daß meine Masken gestohlen worden waren - die sieben Masken, welch ich in sieben Leben verfertigt und getragen hatte. - Unmaskiert rannte ich durch die vollen Straßen und schrie "Diebe!, Diebe!, die verdammten Diebe!"
Männer und Frauen lachten. Einige liefen aus Angst vor mir in ihre Häuser. Als ich zum Marktplatz kam, rief ein Junge von einem Hausdach "Er ist ein Narr!" - Ich blickte empor, um ihn zu sehen: da küßte de Sonne erstmals mein bloßes Antlitz. Zum ersten Mal küßte sie mein bloßes Antlitz und meine Seele entflammte in Liebe zu ihr, und ich wünschte mir keine Masken mehr. Wie in Trance rief ich: "Segen, Segen über die Diebe, die meine Masken gestohlen haben!" So wurde ich zum Narren.
Und in meiner Narrheit fand ich Freiheit und Sicherheit: die Freiheit der Einsamkeit und die Sicherheit vor dem Verstanden werden. Denn diejenigen, welche uns verstehen, verskalven etwas in uns. Aber ich will nicht stolz sein auf meine Sicherheit. Denn auch ein Dieb ist im Kerker sicher vor einem anderen Dieb." - Vorwort aus dem Buch "Der Narr" von Khalil Gibran.
Das Leben ist ein Schauspiel und das Laster der Entfremdung lastet auf jedem:
Nimm dir einen moment Zeit und gehe in dich, überlege was du heute getan und gesagt hast, wie viel wahr oder falsch war, was Lüge oder Wahrheit bedeutet, was dein Spiegel reflektiert und wie dein Freund dich sieht. Überall geben wir vor zu Sein, wir neigen dazu Mauern zu bauen und an Persönlichkeit und Charakter zu arbeiten. Und auch wenn wir von außen glänzen, im Inneren sind wir allein und klein!
Umso älter wir werden, desto mehr verrennen und verlaufen wir uns in unseren kleinen Lügen und Übertreibungen, in unseren Bildern und Vorstellungen und in unserer trügerischen Selbsteinschätzung.
Die Angst vor der Akzeptanz der Mitmenschen und das Unwissen was hinter den aufgesetzten Rollen lauert, lässt und stumpf und arrogant werden.
Ich habe ein Video produziert, das in zwei Akten mit unterschiedlicher Perspektive, Rhythmus und Bild sich dem Thema widmet. Dieses Video soll nichts erklären, es erklärt nichts aber auch alles, es erklärt vielleicht mich!
In meiner Heimatstadt lebte eine Frau mit ihrer Tochter, beide wandelten im Schlaf. Eines Nachts, als alle Welt schwieg, trafen sich Mutter und Tochter schlafwandelnd in ihrem nebelverhangenen Garten. Und die Mutter sprach und sagte: "Endlich habe ich dich, Feindin!" Du warst es, die meine Jugend zerstörte, und auf den Ruinen meines Lebens bist du groß geworden. Ich möchte dich töten!"
Und dich Tochter erwiderte und sagte: "Verhaßtes Weib, selbstsüchtige Alte. Immer noch stehst du meiner Freiheit im Weg. Mein Leben soll wohl immer nur ein Echo deines Lebens sein. Ach, wärest du doch Tod!"
In diesem Augenblick krähe der Hahn, und beide Frauen erwachten. Voller Sanftmut fragt die Mutter. "Bist du es, mein Herz?", und die Tochter antwortete sanftmütig "Ja, liebe Mutter!"
"Die Schlafwandler" v. Khalil Gibran
Meine persönlichen Gedanken:
"Wenn ich all meine Masken auf einen Schlag zerschmettern würde, so müsste ich erkennen wie einsam mein Herz, und welch ein trauriger Mensch ich bin. O, wie sehr würde Ich an diesem Bekenntnis zerbrechen! Darum lebe ich weiter in meinem Bluff, getrieben von der Arroganz und Distanzierung im Namen der Angst!" J. J. 20.11.2009 nach einem Abend der Ausschweifungen.
"Hinter seiner selbst kreierten Maskerade versteckt sich jeder Mensch, der Geist ist der Initiator dieses Maskenspieles, der Schein der Protagonist, dein Herz der Verlierer...(J. J. August 2009)
"In mir ist der Schlüssel von Anfang und Ende, jede Lebensstufe möchte ich willig folgen und heiter durchschreiten, mit einem stillen Lächeln, welchen jenen Originalen vorbehalten ist, die sich selbst und ihren Begabungen "treu" geblieben sind!"(J.J Juli 2009)
Das Ziel liegt in der Zerstörung des Alten !
Wie sehr hat Harry Haller - die Hauptfigur aus dem Roman "Der Steppenwolf" v. Hermann Hesse unter seinen Masken gelitten. Warum predigen so viele Philosophen von den sieben Rollen/Leben/Masken?
Und was drückt so sehr in meiner Brust?
Es sind die Masken und Rollen des Alltags. Der einzige Weg liegt in der Zerstörung seines Selbstbildes, im ergründen was hinter dem Spiegel liegt. Es geht um Hüllen-Abstreifen und Absterben verlorener Phantasien.
Die Wurzel der Demaskierung liegt im Humor, in der Kunst über sich und seine lächerlichen Strömungen und Masken-Bildnerei zu lachen. Zu erkennen, wie krampfhaft und ängstlich wir an unseren Einbildungen hängen und darüber müssen wir lernen zu Lachen... So lange lachen, bis man sich krampft und kugelt und alles was alt und schwer war erloschen ist.
Der Wandel in Richtung Wahrheit:
Es fällt uns deswegen so enorm schwer unsere Masken zu zerschmettern, weil sie im laufe der Zeit zu einem wichtigen Bestandteil von uns geworden sind. Wenn der Blender erkennen würde, dass er blendet, dann hätte er diese Stufe überschritten und wäre keiner mehr. Masken dienen auch als Schutzfunktion, wenn wir in einer Handlung an unsere "inneren" Grenzen und Mauern stoßen, setzen wir uns gerne eine Maske auf und sagen mit einem Vorwand - "ich spiel nicht mit". Hochmut, Stolz, Arroganz und Abweisung sind ein Zeichen von Angst, sie deuten auf Angst vor dem Menschlichen und den neuen, noch zu entdeckenden Wegen. Masken verschleiern Ängste, die große Angst einsam und unverstanden zu sein, die jeden von uns begleitet. Darum setzten wir sie auf, um mitzulachen obwohl uns nicht zum lachen ist, mitzulächeln obwohl es nichts zum lächeln gibt, mitzureden obwohl es nichts zu sagen gibt, zu stolzieren obwohl die Gesetzmäßigkeit des Alterns auch diesen Stolz erlischt, abzuweisen obwohl das Herz nach Nähe schreit.... Mit dem Hüllen abstreifen und Masken verbrennen, zerstört man auch seine alten Teilbilder, somit einen Teil seines Selbstbildes und das macht es auch so verdammt schwer. Wir trauen uns zu wenig zu, wir verstecken und und verkriechen uns lieber, statt den Wandel in Richtung Wahrheit zu beschreiten... Auch ich bin weit entfernt von dem letzten Schritt und Paukenschlag, doch wenn ich den Wandel formulieren darf, auch auf Grund persönlicher Erfahrung würde ich ihn so formulieren: „Ein altes Selbstbild zerfällt und stirbt in mir, gefordert vom Wandel der Dinge und langer persönlicher Untreue, so begrabe ich den Scheiterhaufen einer längst ausgedienten Maske und der schweren Konsequenz ihrer Existenz. Dem Schauspiel muss ein Ende gemacht werden, mein Herz fordert die Wahrheit. Es folgt eine neue Lebensstufe, ein neuer schaffender Künstler, der in neuer Überzeugung seinem Untergang den Rücken kehrt und die Laufrichtung ändert. (J. J - So ist das Leben - so ist die Jugend)“ |





