- Haltung und Zucht von Hirschkäfern

Die Haltung und Zucht von Hirschkäfern (Lucanidae) ist unterschiedlich schwer.
Zum einen gibt es einfache Arten wie z.B. aus den Gattungen Dorcus und Odontolabis, und zum anderen gibt es schwer zu züchtende Arten wie z.B. die Arten aus der Gattung Hexarthrius und Lucanus (Lucanus brauchen niedrige Temperaturen, Hexarthrius brauchen große Mengen an Protein).
Hirschkäfer lieben feucht-warmes Klima. Die Luftfeuchtigkeit sollte etwa 60-80% betragen und die Temperatur sollte zwischen 18 und 25°C liegen.
Für Anfänger sind Hirschkäfer eher nicht geeignet aber mit ein wenig Erfahrung, die man als Einsteiger am besten mit Rosenkäfern macht, gibt es bei vielen Arten nur selten Probleme.

Das Substrat für Hirschkäfer sollte aus 60-70% aus weißfaulem Holz bzw. Flake Soil bestehen. Dazu werden 20% Laubwaldhumus und 10% faules Laub gemischt. Das ganze sollte feucht sein.
Es wird 15-20cm hoch in eine Box gefüllt. Die Box sollte gut belüftet und leicht beschlagen sein.

Bei den Hirschkäfern gibt es Substratleger und Stammleger. Bei Substratlegern mischt man das Substrat wie oben beschrieben.
Bei Stammlegern kann man den Holzanteil reduzieren oder sogar ganz weg lassen, aber man sollte große weißfaule Laubholzstücke oder Stämme in das Substrat eingraben. In die Stämme werden dann von den Weibchen Gänge gebohrt und in diese Gänge werden die Eier gelegt.
Manche Arten/Gattungen legen ihre Eier in Stämme und Substrat. Bei diesen Arten sollte der Holzanteil wieder so hoch sein wie oben beschrieben + Stämme.

Stammleger sind beispielsweise:

Cyclommatus
(kannibalisch)
Dorcus (kannibalisch)
Hexarthrius (kannibalisch)
Homoderus (kannibalisch)
Lamprima
Phalacrognathus (bei schlechten Haltungsbedingungen kannibalisch)
Prosopocoilus
(teilweise kannibalisch)


Substratleger sind beispielsweise:

Lamprima
Lucanus
Odontolabis
(teilweise kannibalisch)
Phalacrognathus (bei schlechten Haltungsbedingungen kannibalisch)
Prosopocoilus (teilweise kannibalisch)


Nach dem Einsetzen der Käfer sollte man sie in Ruhe lassen und einfach warten.
Füttern und Feuchtigkeit/Temperatur regulieren ist natürlich erlaubt...

Nach Larven sucht man am besten erst 3-4 Monate nach dem Einsetzen der Käfer oder wenn diese verstorben sind.
Die Larven sollten dann bereits so groß sein, dass man sie nicht mehr übersehen kann. Sie werden dann in dem Substrat aufgezogen in dem sie vorgefunden wurden.
Bei Larven, die man in einem Stamm gefunden hat füllt man weißfaule Holzspähne oder Flake Soil in eine angemessen große Dose und verpresst diese. Bei Substratlegern füllt man das Substrat in eine Dose und drückt es leicht an.
Man sollte die Larven am besten einzeln halten, da manche Arten kannibalisch sind.

Außerdem können die Larven von Dorcus-Arten  und Phalacrognathus muelleri mit speziellem Futter, dem Kinshi, gefüttert werden. Mit diesem Futter können wesentlich größere Käfer gezüchtet werden als mit gewöhnlichem Substrat/Holz. Für Allotpus und Mesotopus ist Kinshi sogar notwendig für die Zucht.

Um auch bei anderen Gattungen bzw. Arten große Käfer erhält kann man den Larven Protein zufüttern. Dazu nimmt man Pulver von Seidenraupenpuppen oder von Bachflohkrebsen und mischt dieses ins Substrat. Immer vorsichtig dosieren!

Männchen von Odontolabis ludekingi - Für den Einstieg in die Hirschkäferzucht gut geeignet.