Das Substrat ist das wichtigste in der Käferzucht.
In das Substrat werden die Eier der Käfer gelegt und die Larven ernähren sich davon.
Außerdem dient es als Rückzugsort für die Käfer.
Je nach Art muss das Substrat in verschiedenen Verhältnissen gemischt werden.
Alle Bestandteile des Substrats werden am besten zerkleinert. Bei kleineren Mengen geht dies noch von Hand jedoch eignet sich bei großen Mengen ein Gartenhäcksler.
1. LaubwaldhumusLaubwaldhumus findet man, wie der Name schon sagt, in Laubwäldern.
Humus ist die Schicht, die unter dem Falllaub liegt. Er ist nicht mit Walderde zu verwechseln, denn diese enthält hauptsächlich Lignin. Dieser Stoff kann von Käferlarven nicht verwertet werden. Der Stoff den die Larven brauchen ist Zellulose.
Man kann ihn meist in dem Feuchtigkeitszustand belassen in dem man ihn findet. Manchmal sollte man ihn etwas nachbefeuchten. Meist ist er locker und man sieht noch ein paar Reste des Laubs, aus dem er besteht wenn es zersetzt wird.
Humus
2. Weißfaules HolzWeißfaules (Wf-) Holz sollte nur von Laubbäumen stammen, da in Nadelholz Harze enthalten sind, die giftig für die Larven sind. Am besten eignen sich Eiche und Buche.
Weißfaules Holz ist wie der Name sagt weiß. Es ist je nach fortgeschrittener Fäule sehr weich und schwammartig. Wenn es sich mühelos mit den Fingern zerreiben lässt hat es die beste Qualität. Oft riecht es nach Pilzen.
Wenn man anderes Holz füttert, wachsen die Larven nur sehr langsam oder sie können es gar nicht verwerten und sterben.

Weißfaules Eichenholz
3. LaubLaub ist ebenfalls wichtig für die Entwicklung der Larven. Es sollte bereits braun und angefault sein.
Außerdem lässt es sich gut verwenden um die Feuchtigkeit in der Zuchtbox zu erhalten, indem man das Substrat mit grobem Laub abdeckt.
Auf dem Waldboden liegendes Laub (Blätter)
4. Flake Soil und Black Soil
Flake Soil und Black Soil wird in der Käferzucht fermentiertes Holz von Laubbäumen genannt. Es ist nahrhafter als weißfaules Holz, dadurch wachsen die Larven schneller und man bekommt oft größere Käfer als mit normalem Substrat. Das Flake Soil wird hergestellt indem man Sägemehl mit Weizenmehl und Wasser vermischt und es in großen Behältern fermentieren/gären lässt. Diese Prozedur dauert mindestens 6 Wochen. Bei der Fermentation bereiten Mikroorganismen, die sich vom Mehl ernähren, das Holz auf. Dabei entstehen oft hohe Temperaturen und ein unangenehmer Geruch.
Flake Soil ist die Variante bei der das Holz einfach fermentiert ist und kann bei fast allen Holzfressenden Käferarten verwendet werden. Bei Black Soil wird das Holz mehrfach und sehr lange fermentiert. Es eignet sich für Käfer mit sehr hohen Substratansprüchen wie z.B. Dynastes granti.
5. KinshiKinshi ist ein Substrat welches aufwendig hergestellt werden muss. Hierbei wird Holz in einem Behälter mit einem Weißfäule Pilz, meist Trametes oder Pleurotes, geimpft. Der Pilz durchzieht dann später das gesamte Holz und macht es nahrhaft. Kinshi ist absolut notwendig für die Zucht von Allotopus und Mesotopus. Wenn man Kinshi bei der Aufzucht von großen Dorcus-Arten verwendet bekommt man deutlich größere Männchen als wenn man sie mit normalem Holz füttert. Kinshi kann nur bei Hirschkäfern verwendet werden und auch hier nur bei manchen Arten bzw. Gattungen.
6. AdditiveAdditive sind förderlich für das Wachstum von Käferlarven. Es liefert den Larven große Mengen Protein und dadurch lassen sich bei vielen Arten deutlich größere Imagines erzielen als es mit nicht addiertem Substrat der Fall wäre. Additive bestehen z.B. aus Pulver von Seidenraupenpuppen oder Bachflohkrebsen, teilweise mit Zusatz von Mineralien.
Sie werden einfach in das Substrat gemischt, allerdings darf man nicht zu viel auf einmal füttern, da es das Substrat verderben kann und auch Nährboden für andere Tiere wie z.B. Milben ist.