30.09.2010
Auch Vätern steht ein Anspruch auf "Stillurlaub" zu, unabhängig von Arbeitnehmerstatus der Mutter (
EUGH vom 30.09.2010)
28.09.2010
Ein Wertpapierhändler erhält 100.000 € Insolvenzgeld (Hess. LSG PM 16/10)23.09.2010
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) entschied über Kündigungen wegen Ehebruchs von kirchlichen Mitarbeitern (EGMR PM v. 23.09.2010)23.09.2010
Nach einer Entscheidung des SG Berlin ist eine Sanktion gegen SGB II - Leistungsbezieher wegen
Ablehnung eines Jobangebotes unwirksam, wenn das Jobangebot
sittenwidrig ist. Hierbei geht das SG Berlin davon aus, dass eine Entlohnung für eine Vollzeittätigkeit von unter 804,00 € netto im Monat bzw. 6,20 € brutto/h sittenwidrig ist.21.09.2010 BAG-Urteil sorgt für mehr Urlaubsentgelt. Übertarifliche Zulagen sind bei der Berechnung des Urlaubsentgelts zu berücksichtigen (BAG PM 68/09)
21.09.2010 Missbraucht ein EDV-Admin seine Zugriffsrechte, kann diesem fristlos gekündigt werden (LAG Köln 14.05.2010)
17.09.2010 Ein Betrug führt nicht zwingend zu einer wirksamen fristlosen Kündigung (LAG Berlin PM 22/10)
16.09.2010 Im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge
ist die Anforderung eines Einmalbetrages zur Insolvenzsicherung der
versorgungsansprüche nach dem Betriebsrentengesetz rechtmäßig (BVerwG PM 78/2010)
13.09.2010 Starre Altersgrenzen in einem Tarifvertrag
können im Einzelfall unwirksam sein. Dies kann dazu führen, dass das
Arbeitsverhältnis trotz Erreichen einer Altersgrenze nicht automatisch
endet, sondern fortbesteht (ArbG Hamburg PM vom 10.09.2010)
13.09.2010 Ein Leipziger Supermarkt
entließ eine Kassiererin, weil diese ein altes Brot nicht in die Bio-Tonne,
sondern in ihre Tasche gesteckt hatte. Hiergegen klagte die Kassiererin und
bekam vom ArbG Leipzig recht (3 Ca 1482/10 - noch nicht rechtskräftig).
09.09.2010 Kündigt ein privater Klinikbetreiber einen
Personalüberleitungsvertrag (Vertrag zugunsten Dritter), den er mit einem
öffentlichen Arbeitgeber geschlossen hat und der u. a. die dynamische
Fortgeltung des Tarifrechts im öffentlichen Dienst nach einem Betriebsübergang
vorsieht, fehlt dem Betriebsrat die Antragsbefugnis zur Feststellung der
Rechtsunwirksamkeit der Kündigung, wenn er damit allein die Fortgeltung der
Individualansprüche der Arbeitnehmer verfolgt (LAG München 11.08.2010)
18.08.2010 Bei Besetzung einer Führungsposition muss eine
Schwerbehindertenvertretung nur dann am Besetzungsverfahren beteiligt werden,
wenn die Aufgabe besondere schwerbehindertenspezifische Führungsanforderungen
stellt. Das kann dann der Fall sein, wenn es zu den Aufgaben der Führungskraft
gehört, Arbeitsplätze behinderungsgerecht zu gestalten. Die Beteiligungsrechte
der Schwerbehindertenvertretung bestehen nur, wenn die Angelegenheit
schwerbehinderte Menschen in ihrer tatsächlichen oder rechtlichen Stellung in
anderer Weise berührt als nicht behinderte Arbeitnehmer (BAG PM 60/10)
18.08.2010 Wird aufgrund
berechtigter Rügen eines nicht ausgewählten Bewerbers in einem
Konkurrenzstreitverfahren das Stellenbesetzungsverfahren abgebrochen, besteht
kein Anspruch des nicht ausgewählten Stellenbewerbes auf Fortsetzung des
Stellenbesetzungsverfahrens (BAG PM 59/10)
02.08.2010 Bestehen Indizien, dass ein Geschäftsführervertrag aus Altersgründen nicht verlängert wird, kann dies eine unzulässige Altersdiskriminierung des Geschäftsführers darstellen und zu Schadensersatzansprüchen führen (OLG Köln vom 29.07.2010 -18 U 196/09)
02.08.2010 Vorsicht bei Anlernverträgen in anerkannten
Ausbildungsberufen. Nach einer BAG-Entscheidung vom 27.07.2010 kann ein solches Anlernverhältnis zu
einem faktischen Arbeitsvertrag führen mit der Folge, dass die übliche
Vergütung zu zahlen ist, die regelmäßig weiter über einer Ausbildungsvergütung
liegt (BAG PM 56/10).
27.07.2010 Der Landesgesetzgeber kann die Kostenerstattung für
Dienstreisen bei Beamten mit einem Heimarbeitsplatz auf die Kosten beschränken,
die entstanden wären, wenn der Beamte die Reise am Sitz der Dienststelle
angetreten hätte (VerfGH Rheinland-Pfalz PM 4/10).
23.07.2010 Freizeitausgleich für
Bereitschaftsdienstzeiten von Ärzten kann in der gesetzlichen Ruhezeit erfolgen
(BAG PM 53/10)
23.07.2010 Gibt ein Arbeitnehmer zu, im Arbeitsverhältnis
Unterschlagungen begangen zu haben, und unterzeichnet er vor einem Notar ein
Schuldanerkenntnis, so kann er gegen dessen Wirksamkeit grundsätzlich nicht mit
Erfolg einwenden, die Methoden zu seiner Überführung seien unzulässig gewesen (BAG
PM 54/10)
22.07.2010 Im Rahmen von Leistungen zur Teilhabe am Berufsleben muss
der Rentenversicherungsträger die Kosten einer Gleitsichtbrille nicht
erstatten, wenn diese Sehhilfe nicht nur für berufliche Tätigkeiten, sondern
auch im privaten Lebensbereich benötigt wird. Das stellte zumindest das SG
Dortmund (Entscheidung vom 13.07.2010, Az.: S 26 R 309/09) fest.
22.07.2010 BAföG-Zahlungen dürfen auf ALG II - Leistungen als
Einkommen angerechnet werden, auch wenn die Ausbildung an einer privaten
Ausbildungsstätte erfolgt und hierfür Schulgeld zu zahlen ist (Bundesverfassungsgericht
(21.07.2010 - 1 BvR 2556/09).
15.07.2010 Will ein Leiharbeiter eine Schmerzensgeldforderung
nach einem Arbeitsunfall gegen den Entleiher geltend machen, ist der Rechtsweg
vor den Arbeitsgerichten gegeben (ArbG Freiburg - 12 Ca 188/10).
13.07.2010 Sozialhilfeempfänger können Ersatz doppelter
Mietaufwendungen verlangen, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen aus ihrer
bisherigen Wohnung ausziehen müssen und die Mietzeiträume nicht nahtlos
aufeinander abgestimmt werden können. Der Sozialhilfeträger muss die
Unterkunftskosten für die alte Wohnung neben den Kosten für die neue Unterkunft
übernehmen, jedoch muss der Sozialhilfeempfänger alles ihm Mögliche und
Zumutbare tun, um die Aufwendungen für die frühere Wohnung - insbesondere durch
die Suche nach einem Nachmieter - so gering wie möglich zu halten (LSG NRW PM
v. 13.07.2010).
13.07.2010
Abweichend von den Regeln im Arbeitsrecht zählt der Samstag bei der
Zahlung von Miete nicht als Werktag (BGH PM 144/10).
13.07.2010
Zur Dienstzeit
eines Polizeibeamten gehört auch die Zeit der Anlegung und Ablegung der
Uniform (Aufrüstung) (VG Münster PM vom 13.07.2010).
06.07.2010
In befristeten
Arbeitsverträgen
muss nicht zwingend der Name des vertretenen Mitarbeiters und der Grund der
Vertretung angegeben werden (EUGH C-98/09).
06.07.2010
Bleibt ein Arbeitnehmer
aufgrund ärztlichen Zeugnisses während eines bereits bewilligten Erholungsurlaubes
wegen der Pflege eines erkrankten Kindes der Arbeit fern, erlischt der
Urlaubsanspruch im Umfang seiner Bewilligung. Will ein Arbeitnehmer diese
Nachteile vermeiden, ist er gehalten, von der Arbeitsfreistellung nach § 45 SGB
V keinen Gebrauch zu machen und das erkrankte Kind während des
Urlaubszeitraumes zu pflegen. (LAG Berlin 2 Ca 1648/10)
02.07.2010
Arbeitgeber können verpflichtet sein, ihren Arbeitnehmern
einen kostenfreien Parkplatz zu stellen (LAG Hessen PM 6/10).
02.07.2010
Aufgrund ihrer Schwangerschaft beurlaubten oder auf einem anderen Arbeitsplatz
beschäftigten Arbeitnehmerinnen stehen Zulagen und Vergütungen,
mit denen die Nachteile ausgeglichen werden sollen, die mit der Ausübung
bestimmter Tätigkeiten unter besonderen Umständen verbunden sind, nicht zu,
wenn diese Tätigkeiten nicht tatsächlich ausgeübt werden. Dies hat der Europäische Gerichtshof in
zwei Vorabentscheidungsersuchen entschieden (Az.: C-194/08 und C-471/08).
02.07.2010 Nicht immer führt eine 2. Eheschliessung in einem katholischen
Krankenhaus zur Kündigung,
meint das LAG Düsseldorf (PM zu 5 Sa 996/09) und lässt die Revision zu.
24.06.2010 Bei Arbeitnehmern mit
langfristiger Arbeitsunfähigkeit ist
die Durchführung eines betrieblichen
Wiedereingliederungsmanagments (BEM) erforderlich. Der Personalrat wie
auch die betroffenen Arbeitnehmer sind hieran zu beteiligen. Der Personalrat
hat einen Anspruch auf Vorlage der Schreiben, mit denen die betroffenen
Arbeitnehmer über Ziele und Zweck des BEM informiert werden. Der Anspruch
erstreckt sich jedoch nicht auf die Dokumente und Unterlagen, mit denen sich
Arbeitnehmer zu dem Angebot des BEM äußern (BVerwG PM 52/10).
24.06.2010
Der Arbeitgeber muss im erforderlichen Umfang die Kosten erstatten, die einem
alleinerziehenden Betriebsratsmitglied während einer mehrtägigen auswärtigen
Betriebsratstätigkeit durch die Fremdbetreuung seiner minderjährigen Kinder
entstehen (BAG PM 47/10).
22.06.2010 Eine Zuwendung von dritter Seite ist dann, wenn es sich um ein
Darlehen handelt, nicht als Einkommen im Sinne des § 11 SGB II
bedarfsmindernd zu berücksichtigen. Die Zuwendung ist nicht als Einkommen auf
ALG II Ansprüche anzurechnen (BSG B 14 AS 46/09 R)
22.06.2010 Ein Bezieher von Arbeitslosengeld II, der nicht über eine
Wohnung verfügt und stattdessen in einem Wohnmobil lebt, kann Unterhaltskosten
für das Wohnmobil in dem für Wohnzwecke notwendigen Umfang als Kosten der
Unterkunft im Sinne des § 22 SGB II beanspruchen (BSG B 14 AS 79/09 R)
18.06.2010
Die außerordentliche Kündigung
eines tariflich ordentlich unkündbaren Arbeitnehmers ist erst
dann unwirksam, wenn die Belastungen für den Arbeitgeber unzumutbar sind. Bei
einem wirtschaftlich starken Arbeitgeber sind auch erhöhte Lohnfortzahlungen
zumutbar. Betriebsablaufstörungen sind durch bestehendes Vertretungspersonal
kompensierbar. (ArbG Cottbus vom
28.04.2010)
18.06.2010 Die Ausführung von Hausmeistertätigkeiten und Botengängen für den
zukünftigen Erblasser im Hinblick auf ein zukünftiges Erbe ist nicht als
arbeitsrechtliche Tätigkeit zu werten (LAG Rheinland Pfalz -
6 Ta 61/10)
16.06.2010 Endet ein Arbeitsverhältnis, das in der Insolvenz
mit Wirkung für die Masse fortbesteht, während eines Insolvenzverfahrens,
stellt sich die Frage, wem die Rechte aus einer vom Insolvenzschuldner
zugunsten des Arbeitnehmers abgeschlossenen Lebensversicherung
zustehen. Regelmäßig wird an das Ausscheiden des Arbeitnehmers angeknüpft.
Die Voraussetzungen eines „Ausscheidens“ des Arbeitnehmers liegen jedoch
dann nicht vor, wenn sein Arbeitsverhältnis im Wege des Betriebsübergangs
auf einen anderen Arbeitgeber übergeht. In diesen Fällen kann der
Insolvenzverwalter die Rechte aus dem Versicherungsvertrag nicht in Anspruch
nehmen, insbesondere den Rückkaufswert nicht zur Masse ziehen (BAG PM 44/10).
14.06.2010
Einer Polizeikommissarin, die aufgrund bestandskräftig festgestellter
Polizeidienstunfähigkeit nicht mehr im Polizeivollzugsdienst verwendet wird,
sondern sich nach zugelassenem Laufbahnwechsel in der dreijährigen
Unterweisungszeit befindet, darf die gesundheitliche Eignung für ein
Beförderungsamt im Polizeivollzugsdienst abgesprochen werden (OVG Nordrhein-Westfalen vom 02.06.2010).
10.06.2010 Kündigungen im Rahmen von
Massenentlassungen (§ 17 KSchG) werden vor
Ablauf eines Monats nach Eingang der Massenentlassungsanzeige nur mit
Zustimmung der Agentur für Arbeit wirksam. Eine nach erfolgter
Anzeigeerstattung ausgesprochene Kündigung bleibt aber als Rechtsgeschäft
grundsätzlich wirksam. Sie beendet, sofern der Kündigungstermin vor Ablauf
dieser Sperrfrist liegen sollte, das Arbeitsverhältnis erst mit Ablauf eines
Monats nach Eingang der Anzeige, wenn keine Zustimmung der Agentur für Arbeit
zu einer früheren Beendigung erfolgt (LAG Berlin 13 Sa
30/10) .
10.06.2010 Auch Beamte haben einen Anspruch auf Urlaubsabgeltung bei
krankheitsbedingter Verhinderung (VG Berlin PM 25/2010)
10.06.2010 Das Bundesarbeitsgericht entscheidet den Fall Emmely. Die fristlose Kündigung einer
Verkäuferin wegen Unterschlagung von Pfandbons mit geringfügigem Wert ist
unverhältnismäßig, wenn sie sich über 3 Jahrzehnte beanstandungsfreier
Arbeit ein großes Vertrauen erworben hat (BAG PM 42/10)
Zu den Folgen der Entscheidung siehe http://arbeitsrecht-chemnitz.blogspot.com/
08.06.2010
Der Erholungsurlaub eines ordentlichen Betriebsratsmitglieds führt
grundsätzlich zu dessen Verhinderung mit der Folge, dass das nachrückende
Ersatzmitglied den Sonderkündigungsschutz des § 15 Abs. 1 Satz 1 KSchG
erlangt.(LAG Düsseldorf 16 Sa 59/10)
08.06.2010
ARGE muss zumindest Basistarif einer Privaten Krankenversicherung bezahlen (LSG NRW 02.06.2010)
08.06.2010 Eine europäische Richtlinie soll in Zukunft dafür sorgen, dass auch
selbständige Frauen bzw. Partnerinnen von Selbständigen Mutterschutzversorgung
erhalten. Die Richtline wird wahrscheinlich am 24.06.2010 formal angenommen vom
Ministerrat der EU. Ab dann haben Mitgliedsstaaten 2 Jahre bis zu Umsetzung. (PM IP/10/699)
08.06.2010 Bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit und Empfang von
Aufwandsentschädigungen hierfür kommt es bei Beantragung von ALG II -
Leistungen auf dessen Höhe und Zusammensetzung an. Nach Ansicht des Sächsischen
LSG können Aufwands-entschädigungen wie Einkommen angerechnet werden (LSG Sachsen vom 17.05.2010 - L 7 AS 25/07).
Allerdings ist Revision zugelassen wurden, so dass ein BSG - Urteil abzuwarten
ist.
08.06.2010 Das LAG Baden Würtemberg entschied einen Sachverhalt, wonach der
Arbeitnehmer noch Vergütung einklagte, der Arbeitgeber jedoch mit sogenannten
rechtswegfremden Forderungen aufrechnete. Die Berechtigung der
Aufrechnungsforderungen wurden also nicht in der Arbeitsgerichtsbarkeit
geprüft. Die Problematik wurde mittels Vorbehaltsurteil gelöst (LAG Baden Würtemberg
vom 28.04.2010) - mehr gibt es im Blog
29.05.2010 Das LAG Köln legt dem EUGH Fragen zum deutschen Befristungsrecht vor.
Diese beziehen sich vor allem auf die Wirksamkeit und Anforderungen an
Kettenbefristungen (LAG Köln Beschluss
vom 13.04.2010 - 7 Sa 1224/09)
20.05.2010 Das BAG legt dem EUGH die Frage vor, ob ein abgelehnter Bewerber
einen Anspruch auf Auskunft hat, ob ein anderer Arbeitnehmer die Stelle
erhalten hat und nach welchen Kriterien die Auswahl erfolgte (BAG PM 39/10).
Dies kann Auswirkungen haben auf die Frage einer Entschädigung wegen Diskriminierung.
20.05.2010 Das BAG legt dem EUGH die Frage vor, ob jüngere Arbeitnehmer beim Entgelt nach den Tarifverträgen
(Lebensalterstufen) diskriminiert werden (BAG PM 39/10).
19.05.2010 Eine arbeitsvertragliche Bezugnahmeklausel, die auf den
„Bundes-Angestelltentarifvertrag (BAT) in der jeweils gültigen Fassung“ und die
dazu geschlossenen Zusatzverträge verweist, kann im Wege der ergänzenden
Vertragsauslegung dahingehend ausgelegt werden, dass auch die den BAT
ersetzenden Tarifverträge für das
Arbeitsverhältnis maßgebend sind. Nach dem Zweck der Bezugnahmeklausel ist von
den verschiedenen Nachfolgetarifverträgen des BAT in der Regel derjenige
anzuwenden, der typischerweise gelten würde, wenn die Tätigkeit innerhalb des
öffentlichen Dienstes erbracht würde (BAG PM 38/10)
18.05.2010 Vor einer außerordentlichen Kündigung ist eine an
sich mögliche Versetzung in Betracht zu ziehen, wenn der Grund, der einer
Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses mit dem bisherigen Inhalt entgegen steht,
es nicht zugleich ausschließt, den Arbeitnehmer auf einem
anderen Arbeitsplatz oder zu anderen Bedingungen weiterzubeschäftigen. Dies ist
der Fall, wenn der Kündigungsgrund arbeitsplatzbezogen ist, d.h. bei einer
anderweitigen Beschäftigung sich voraussichtlich nicht wiederholen wird (LAG Hessen v.
08.03.2010).
18.05.2010 Eine Haushaltsbefristung erfordert zu
ihrer Wirksamkeit eine nachvollziehbare Zwecksetzung bei Aufgaben mit nur
vorübergehender Dauer (LAG Hessen vom
19.02.2010)
18.05.2010 Protokollerklärungen in Tarifverträgen können
anspruchsbegründende Wirkung haben. Ein Zahlungsanspruch nach der
Protokollerklärung Nr. 1 Satz 6 zu § 18 Abs. 4 TVöD setzt einen Anspruch auf
Tabellenentgelt im September 2007 voraus (LAG Hessen v.
18.12.09)
17.05.2010 Das Arbeitsgericht Siegburg
legt dem EUGH die Frage vor, ob die Altersgruppenbildung in Sozialplänen
zulässig ist oder eine unzulässige Diskriminierung wegen des
Alters darstellt. Damit gibt sich das Arbeitsgericht Siegburg nicht mit der
Rechtsprechung des BAG zufrieden (Beschl. vom
27.01.2010)
17.05.2010 Empfänger von Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende
(„Hartz-IV-Leistungen“) haben keinen Anspruch auf Übernahme der Kosten für die
Erstanschaffung eines PC (LSG Rheinland - Pfalz
PM v. 11.05.2010)
14.05.2010 Wahlberechtigte Arbeitnehmer haben keinen
Anspruch auf Übersendung der Wahlunterlagen für eine Betriebsratswahl (ArbG Köln v.
06.04.2010)
11.05.2010 Das Landessozialgericht Sachsen in Chemnitz hat entschieden, dass
die Umweltprämie (Abwrackprämie) nicht als Einkommen auf SGB II - Leistungen
(Arbeitslosengeld II) anzurechnen ist (Pressemitteilung vom
11.05.2010)
10.05.2010 Ein als Bauschlosser nicht mehr erwerbsfähiger Facharbeiter kann auf
die Tätigkeit eines Schlossmachers verwiesen werden, so dass ihm keine Rente
wegen teilweiser Erwerbsminderung zu gewähren ist (LSG Rheinland Pfalz,
PM v. 10.05.2010).
10.05.2010 Die Übernahme von Verwarnungsgeldern durch eine Spedition für ihre
LKW-Fahrer ist kein beitragspflichtiger Arbeitslohn (LSG Rheinland Pfalz,
PM v. 10.05.2010)
07.05.2010 Mitglieder eines Betriebsrats im
Restmandat (z.B. nach Schließung des Betriebes) können vom Arbeitgeber keine
Vergütung für die mit ihrer Betriebsratstätigkeit verbundenen Freizeitopfer
verlangen (BAG PM 35/10).
06.05.2010
Unterschiedliche Abfindungsregeln
für entlassene Arbeitnehmer
und möglicherweise in Altersrente gehende Arbeitnehmer könnte gegen Europarecht
verstoßen. Das legt der Schlussantrag der Generalanwältin am EUGH nahe (Schlussantrag vom 06.05.2010)
06.05.2010
Umzugskosten werden nach dem SGB II (Hartz IV bzw.. ALG II) bei Grundsicherungsempfängern
grundsätzlich nur für selbstorganisierten Umzug nach Ermessen übernommen (BSG Medieninfo 18/10)
06.05.2010
Rentenversicherungspflicht für nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen nur
dann, wenn Mindestpflegezeit von 14 Wochenstunden mit Grundpflege und
hauswirtschaftlicher Versorgung erreicht wird (BSG Medieninfo 17/10)
05.05.2010
Die Gewährung eines Gründungszuschusses
kommt (auch dann) in Betracht, wenn der Anspruch auf Arbeitslosengeld nicht nahtlos
an die anschließende Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit heranreicht.
Ausreichend ist nach Sinn und Zweck und unter Berücksichtigung der
Rechtsentwicklung der Förderleistung ein enger zeitlicher Zusammenhang mit
einem vorangehenden Arbeitslosengeldanspruch, der gewahrt ist, solange ein
Zeitraum von ca. einem Monat nicht überschritten ist (BSG Medieninfo 16/10)
04.05.2010 Der Arbeitgeber hat gegenüber seinen Arbeitnehmern die vertragliche
Nebenpflicht, keine falschen Auskünfte zu erteilen. Entsteht
dem Arbeitnehmer durch eine schuldhaft erteilte unrichtige Auskunft ein
Schaden, kann der Arbeitgeber zum Schadensersatz verpflichtet sein. Der Schaden
und dessen Beruhen auf der falschen Auskunft ist jedoch von Arbeitnehmer
nachzuweisen (BAG PM 34/10).
15.04.2010 Die Art. 43 EG und 48 EG stehen einer Regelung eines
Mitgliedstaats entgegen, nach der ein Unternehmen mit Sitz in diesem
Mitgliedstaat verpflichtet ist, eine Abgabe wie die Berufsausbildungsabgabe zu
zahlen, deren Höhe auf der Grundlage seiner Lohn- und Gehaltskosten,
einschließlich derjenigen, die auf eine Zweigniederlassung des Unternehmens in
einem anderen Mitgliedstaat entfallen, berechnet wird, wenn dieses Unternehmen
in der Praxis hinsichtlich dieser Zweigniederlassung daran gehindert ist, die
nach der betreffenden Regelung vorgesehenen Möglichkeiten zur Verringerung des
Betrags der genannten Abgabe in Anspruch zu nehmen oder Zugang zu ihnen zu
erhalten (EUGH C 96/08).
23.04.2010 Ein nicht berücksichtigter Bewerber um eine Stelle eines
öffentlichen Arbeitgebers kann seine Einstellung verlangen, wenn
sämtliche Einstellungsvoraussetzungen in seiner Person erfüllt sind und
seine Einstellung die einzig rechtmäßig Entscheidung der Behörde wäre, weil
jede andere Entscheidung sich als rechtswidrig oder ermessensfehlerhaft
darstellen würde (Hess. LAG PM vom 23.04.2010).
21.04.2010 Ein Wettbewerbsverbot ist unverbindlich,
soweit es nicht dem Schutz eines berechtigten geschäftlichen Interesses des
Arbeitgebers dient. Hält sich ein ehemaliger Arbeitnehmer lediglich an die
verbindlichen Regelungen eines Wettbewerbsverbotes, steht ihm eine
Karenzentschädigung zu (BAG Pressemitteilung 30/10)
08.03.2010 Die Einwendung des Forderungsübergangs (z.B. wegen AlG I -
Zahlungen) kann mit einer Vollstreckungsgegenklage auch dann noch nach
Abschluss eines Vergleichs erhoben werden, wenn der Forderungsübergang bereits
vor Vergleichsschluss erfolgt ist (LAG Berlin 26 Sa 2717/09)
15.04.2010 Die Absage einer Einstellung einer Arbeitnehmerin und Rücksendung der
Bewerbungsunterlagen mit der handschriftlichen Randnotiz "(-) Ossi"
stellt keine entschädigungspflichtige Diskriminierung dar (ArbG Stuttgart, 17 Ca 8907/09)
30.03.2010 Beamte haben keinen Anspruch auf
finanziellen Urlaubsausgleich für nicht genommenen Urlaub bei
Dienstunfähigkeit (OVG Rheinland - Pfalz PM 25/2010).
29.03.2010
Arbeitgeber muss Beschäftigten weder einen Raucherraum noch Raucherpausen
gewähren (OVG
Nordrhein-Westfalen, 1 A 812/08)
08.04.2010
Gleichstellungsbeauftragte dürfen an Führungskräfteklausuren teilnehmen, in
denen es auch um personelle, organisatorische und soziale Angelegenheiten der
Beschäftigten geht. (BVerwG Pressemitteilung 23/10)
07.04.2010
Eine Fluggesellschaft wurde im Wege der einstweiligen Verfügung verpflichtet,
einen Piloten trotz einer Kündigung des
Arbeitsverhältnisses tatsächlich zu beschäftigen. Der Pilot sei auf eine
tatsächliche Beschäftigung angewiesen, um die erforderliche Flugpraxis
aufweisen zu können. Die Fluggesellschaft müsse den Piloten daher auch vor
Abschluss des Kündigungsschutzverfahrens
beschäftigen (ArbG Berlin
Pressmitteilung 2/10)
31.03.2010: Ein Arbeitgeber hat gegenüber ehemaligen Arbeitnehmern, denen er Altersversorgungen über
eine Pensionskasse versprochen hat, dafür einzustehen, wenn die Pensionskasse
ihre Leistungen herabsetzt (LAG Hessen
Pressemitteilung 31.03.2010)
25.03.2010 Sexueller Missbrauch eines Kindes durch einen Beamten ist ein
besonders schweres Dienstvergehen, das in der Regel die disziplinare Höchstmaßnahme
(Entfernung aus dem Dienst bzw. Aberkennung des Ruhegehalts) rechtfertigt (BVerwG
Pressemitteilung 17/2010).
25.03.2010 Regelungen des Beamtenversorgungsgesetzes, die zu einer
überproportionalen Schlechterstellung Teilzeitbeschäftigter führen, dürfen
nicht weiter angewendet werden (BVerwG Pressemitteilung
16/2010)
25.03.2010 Die Kündigung eines Arbeitnehmers wegen
dessen Schweißgeruchs in vereinbarter Probezeit ist wirksam (LAG Köln
Pressemitteilung vom 25.03.2010).
24.03.2010 Fällt eine tariflich für einen Zulagenanspruch geforderte Schicht
aus, weil der Beschäftigte wegen der Gewährung von Erholungsurlaub oder aus
anderen im Tarifvertrag genannten Gründen (z. B. Arbeitsunfähigkeit
während des Entgeltfortzahlungszeitraums) von der Verpflichtung zur Erbringung
der Arbeitsleistung frei ist, so steht dies dem Anspruch auf die Zulage für
ständige Wechselschichtarbeit nicht
entgegen. Entscheidend ist, ob der Beschäftigte ohne die Arbeitsbefreiung die
geforderten Schichten geleistet hätte (BAG Pressemitteilung
27/10).
24.03.2010 Einem Arbeitnehmer ist während
des rechtlichen Bestehens des Arbeitsverhältnisses grundsätzlich jede
Konkurrenztätigkeit zum Nachteil seines Arbeitgebers untersagt. Das soll auch
bei Nebentätigkeiten gelten,
sofern diesen nicht jede unterstützende Tätigkeit für das Konkurrenzunternehmen
abgesprochen werden kann (BAG Pressemitteilung
26/10)
24.03.2010 Vereinbaren Arbeitgeber und Betriebsrat in Ergänzung eine
Interessenausgleichs, dass die gerade vereinbarte Namensliste unter dem
Vorbehalt der Änderung durch die Betriebsparteien stehen soll, so kommt dieser
Namensliste nicht die Vermutungswirkung nach § 1 Abs. 5 Satz 1 KSchG
zu (ArbG Stuttgart Urteil
vom 25.02.2010 - 9 Ca 416/09)
23.03.2010 Gesetzlicher Mindesturlaub muss bei Beendigung des
Arbeitsverhältnisses finanziell abgegolten werden, wenn der Arbeitnehmer bis zum Ende des
Übertragungszeitraums arbeitsunfähig krank ist.
Dies gilt auch für einen Schwerbehindertenzusatzurlaubs-anspruch.Tarifvertragsparteien
können bestimmen, dass ein über den gesetzlichen Mindesturlaub hinausgehender
tariflicher Urlaubsabgeltungsanspruch erlischt, wenn der Urlaubsanspruch wegen
der Krankheit des Arbeitnehmers nicht erfüllt werden kann (BAG Pressemitteilung
25/10)
19.03.2010 Im Dachdeckerhandwerk gibt es nun Mindestlöhne (Mitteilung des BMAS
vom 18.03.2010)
18.03.2010 Es stellt keine Diskriminierung wegen des Geschlechtes dar, wenn nur
Frauen für die Stelle einer Gleichstellungsbeauftragten gesucht werden (BAG Pressemitteilung
24/10)
18.03.2010 Ein tariflich vorgesehener Ortszuschlag ist auch für Stiefkinder
innerhalb einer Lebenspartnerschaft zu zahlen (BAG Pressemitteilung
23/10).
17.03.2010 Befristungen bei BA-Mitarbeitern können unwirksam sein, da der Grund
einer Haushaltsbefristung nicht besteht bzw. nicht nachvollziehbar ist (BAG Pressemitteilung
21/10 - Urteil).
17.03.2010 Ostersonntag ist kein gesetzlicher Feiertag, deshalb gibt es auch
keine Feiertagszuschläge (BAG Pressemitteilung
20/10).
16.03.2010 Arbeitnehmern steht ein Zurückbehaltungsrecht an
der Arbeitsleistung zu, wenn der Arbeitgeber mit fälligen Arbeitsentgeltforderungen
erheblich im Verzug ist. Auch für die Zeit der zurückbehaltenen Arbeit hat der
Arbeitnehmer Anspruch auf Zahlung seines Arbeitsentgelts. Zur
Ausübung des Zurückbehaltungsrechts muss der Arbeitnehmer jedoch gegenüber dem
Arbeitgeber erklären, dass er seine Arbeit aufgrund der Lohnrückstände
zurückbehält. Der Arbeitnehmer trägt die Beweislast dafür, dass er gegenüber
seinem Arbeitgeber eine solche Erklärung tatsächlich abgegeben hat (ArbG Cottbus Urteil
vom 16.03.2010)
16.03.2010 Fußballvereine dürfen für von ihnen ausgebildete Nachwuchsspieler
eine Ausbildungsentschädigung fordern, wenn diese Spieler ihren ersten
Profivertrag mit einem Verein eines anderen Mitgliedstaats schließen möchten (EUGH C-325/08).
09.03.2010 Die Bundesagentur für Arbeit ist nicht dazu berechtigt, Mahngebühren
im eigenen Namen auf Forderungen zu erheben, mit deren Einzug sie von der
Arbeitsgemeinschaft (ARGE) beauftragt worden ist (LSG Sachsen
Pressemeldung vom 09.03.2010)
02.03.2010 Verwaltungsgericht ersetzt die (verweigerte) Zustimmung des
Personalrates zu einer ausserordentlichen Kündigung eines Personalratsmitgliedes
wegen dessen mehreren 0900-Telefonate (VG Mainz
Pressemeldung 5/2010)
12.02.2010 Die Beleidigung eines Vorgesetzten gegenüber Dritten kann einen
wichtigen Grund für eine ausserordentliche Kündigung darstellen (Urteil des LAG
Niedersachsen 10 Sa 569/09)
25.02.2010 Nimmt der Arbeitgeber die bei ihm beschäftigten über 55jährigen Arbeitnehmer aus dem
Personenkreis aus, denen er im Rahmen einer Personalabbaumaßnahme den Abschluss
von Aufhebungsverträgen gegen
Abfindungen anbietet,
liegt darin keine Diskriminierung wegen des Alters
(Pressemitteilung BAG
18/10)
25.02.2010 Der kinderbezogene Ortszuschlag eines im Geltungsbereich des BAT-O
teilzeitbeschäftigten Angestellten wird nach der Überleitung seines
vollbeschäftigten Ehegatten in den TVöD nicht gemäß § 34 Abs. 1 BAT-O
zeitanteilig gekürzt (Pressemitteilung BAG
17/10)
25.02.2010 Fortgeltung einer dynamischen Verweisung auf Tarifverträge auch bei
nicht tarifgebundenem Betriebserwerber - „Altvertrag“/„Neuvertrag“ (Pressemitteilung BAG
16/10)
24.02.2010 Das Arbeitsgericht Hamburg hat ein Unternehmen der Postbranche zur
Zahlung von Schadensersatz nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz an
einen in der Elfenbeinküste geborenen Stellenbewerber verurteilt. Das
Arbeitsgericht sieht in der Ausgestaltung des Auswahlverfahrens für
Postzusteller durch das Unternehmen einen Verstoß gegen das Verbot der
mittelbaren Diskriminierung wegen der
ethnischen Herkunft (ArbG Hamburg PM vom
24.02.2010)
23.02.2010 Versetzung einer Tageszeitungsredakteurin in eine
Entwicklungsredaktion ist nicht vom Direktionsrecht des
Arbeitgebers gedeckt (Pressemitteilung BAG
15/10)
17.02.2010 Ein Arbeitgeber kann verpflichtet sein, Jugend- und
Auszubildendenvertreter nach Beendigung der Ausbildung in ein unbefristetes
Arbeitsverhältnis zu übernehmen, wenn es im Betrieb einen ausbildungsadäquaten
Arbeitsplatz gibt, der mit einem Leiharbeitnehmer besetzt ist (BAG Pressemitteilung
13/10).
16.02.2010 Werden Betriebsrentnern in drei aufeinanderfolgenden Jahren
vorbehaltlos Weihnachtsgeldzahlungen in
gleicher Höhe gewährt, entsteht hierdurch eine betriebliche Übung, die
zur Zahlung auch in den Folgejahren verpflichtet (BAG Pressmitteilung
12/10).
16.02.2010 Der bloße Statusunterschied zwischen Arbeitern und Angestellten
rechtfertigt eine Ungleichbehandlung im Arbeitsverhältnis nicht. Anderes gilt
nur, wenn an Unterschiede angeknüpft wird, welche eine Ungleichbehandlung
rechtfertigen. Deshalb sind Arbeiter und Angestellte im Rahmen einer
Betriebsrente gleich zu behandeln (BAG Pressemitteilung
11/10).
10.02.2010 Entnahme eines im Müll befindlichen Kinderreisebettes rechtfertigt
keine Kündigung bei
langjährigem beanstandungsfreiem Arbeitsverhältnis (LAG Baden-Württemberg
vom 10.02.2010)
10.02.2010 Kritische Äußerungen über einen Arbeitgeber können vom Grundrecht
der freien Meinungsäußerung gedeckt sein und rechtfertigen keine Kündigung (LAG Baden Württemberg
vom 10.02.2010).
16.02.2010 Der bloße Statusunterschied zwischen Arbeitern und Angestellten
rechtfertigt eine Ungleichbehandlung im Arbeitsverhältnis nicht. Anderes gilt
nur, wenn an Unterschiede angeknüpft wird, welche eine Ungleichbehandlung
rechtfertigen. Deshalb sind Arbeiter und Angestellte im Rahmen einer
Betriebsrente gleich zu behandeln (BAG Pressemitteilung
11/10).
10.02.2010 Entnahme eines im Müll befindlichen Kinderreisebettes rechtfertigt
keine Kündigung bei
langjährigem beanstandungsfreiem Arbeitsverhältnis (LAG Baden-Württemberg
vom 10.02.2010)
10.02.2010 Kritische Äußerungen über einen Arbeitgeber können vom
Grundrecht der freien Meinungsäußerung gedeckt sein und rechtfertigen keine Kündigung (LAG Baden Württemberg
vom 10.02.2010).
28.01.2010 Eine ordentliche Kündigung kann
gerechtfertigt sein, wenn ein Arbeitnehmer nicht in der Lage ist, in deutscher
Sprache abgefasste Arbeitsanweisungen zu lesen. Dies stellt keine verbotene
mittelbare Benachteiligung (Diskriminierung) wegen
der ethnischen Herkunft dar (BAG Pressemitteilung
10/10)
28.01.2010 Bundesverwaltungsgericht kippt den Post-Mindestlohn (BVerwG
Pressemitteilung 5/2010)
27.01.2010 IV. Senat des BAG plant Änderung seiner bisherigen Rechtsprechung
zur Tarifeinheit und der Auswirkungen auf ein Individualarbeitsverhältnis (BAG Pressemitteilung
9/10)
21.01.2010 Eine Leistungsklage gegen den Insolvenzverwalter auf Zahlung der Abfindung aus einem nach
Anzeige der Masseunzulänglichkeit abgeschlossenen Sozialplan ist unzulässig (BAG Pressemitteilung
4/10).
21.10.2010 Wahlvorschläge für die Wahl einer Schwerbehindertenvertretung müssen
in der Einreichungsfrist mit der erforderlichen Anzahl von Stützunterschriften
im Original beim Wahlvorstand eingehen. Eine Einreichung von Telekopien genügt
nicht (BAG Pressemitteilung
5/10).
21.01.2010 Ein Betriebsrat kann vom
Arbeitgeber die Bereitstellung eines Internetanschlusses jedenfalls dann
verlangen, wenn er bereits über einen PC verfügt, im Betrieb ein
Internetanschluss vorhanden ist, die Freischaltung des Internetzugangs für den
Betriebsrat keine zusätzlichen Kosten verursacht und der Internetnutzung durch
den Betriebsrat keine sonstigen berechtigten Belange des Arbeitgebers
entgegenstehen (BAG Pressemitteilung
3/10)
19.01.2010 Nun ist es höchstrichterlich entschieden. Der EUGH hält deutsche
Kündigungsregelung in § 622 II BGB für
unwirksam, wonach nur Beschäftigungszeiten nach dem 25. Geburtstag Auswirkung
auf eine Kündigungsfrist haben sollen. Diese Regelung darf von deutschen
Arbeitsgericht nicht mehr angewandt werden. Damit sind auch
Beschäftigungszeiten vor dem 25. Lebensjahr bei der Berechnung der Kündigungsfrist zu
beachten. Dies führt im Regelfall zu längeren Kündigungsfristen bis hin zur
Unwirksamkeit einer Kündigung (EUGH Az: C‑555/07).
13.01.2010 Ein Arbeitnehmer führt eine Arbeitsunfähigkeit nicht schuldhaft
herbei, wenn er als Hundebesitzer in eine Hunderauferei eingreift, um seinen
Hund aus einer Notlage zu befreien, und hierbei Bissverletzungen erleidet, die
zu einer Arbeitsunfähigkeit führen (Urteil des ArbG
Freiburg - 2 Ca 215/09).
12.01.2010 Der EUGH hält die deutsche Regelung, wonach Kassenzahnärzte ihre
Tätigkeit mit Vollendung des 68. Lebensjahres aufgeben müssen für bedenklich,
denn diese Altersgrenze gelte nicht für Zahnärzte ohne Kassenzulassung. Eine
solche Maßnahme sei daher widersprüchlich und könne nicht als für den
Gesundheitsschutz der Patienten erforderlich angesehen werden (EUGH Az.: C-341/08)
12.01.2010 Nach einer Entscheidung des EUGH stellt die Regelung des Landes
Hessen, die das Höchstalter für die Einstellung bestimmter Feuerwehrleute auf
30 Jahre festlegt, keine verbotene Diskriminierung wegen des Alters im Sinne
der Gleichbehandlungs-Rahmenrichtlinie 2000/78/EG dar. Denn
sie dient dem Ziel, ein ordnungsgemäßes Funktionieren der Berufsfeuerwehr zu
gewährleisten (EUGH Az.: C-229/08).
19.12.2009 Besteht ein mit einer Versorgungszusage unterlegtes
Arbeitsverhältnis zu einem Arbeitgeber, über dessen Vermögen das
Insolvenzverfahren eröffnet wird, sind vor Insolvenzeröffnung erworbene
Anwartschaften reine Insolvenzforderungen, die zur Tabelle angemeldet werden
müssen. Für gesetzlich unverfallbare Anwartschaften aus einer Direktzusage
tritt der Pensionssicherungsverein ein. Besteht das Arbeitsverhältnis nach
Insolvenzeröffnung mit Wirkung für die Insolvenzmasse fort, entstehen nach der
Eröffnung weitere Anwartschaften zu Lasten der Masse. Diese können
- unabhängig von ihrer Höhe - vom Verwalter durch eine
Kapitalleistung abgefunden werden, wenn die Betriebstätigkeit vollständig
eingestellt und das Unternehmen liquidiert wird. Kommt es zu einem
Betriebsübergang, besteht dieses Recht nicht, wenn das Arbeitsverhältnis auf
den Erwerber übergeht. In diesem Fall tritt der Erwerber in die Anwartschaften
ein (Pressemitteilung des
BAG 121/09).
17.12.2009 Ein Betriebsübergang ist trotz weitgehend übernommener sächlicher
Betriebsmittel nicht anzunehmen, wenn der Betriebserwerber aufgrund eines
veränderten Betriebskonzepts diese nur noch teilweise benötigt und nutzt. Dies
gilt jedenfalls dann, wenn der Betriebserwerber erhebliche Änderungen in der
Organisation und der Personalstruktur des Betriebes eingeführt hat, sodass in
der Gesamtschau keine Fortführung des früheren Betriebes anzunehmen ist (Pressemitteilung des
BAG 120/09).
17.12.2009 Eine Benachteiligung eines Beschäftigten ist auch dann
untersagt, wenn der Benachteiligende ein Diskriminierungsmerkmal nur annimmt.
Die in einem Bewerbungsgespräch gestellten Fragen nach näher bezeichneten
gesundheitlichen Beeinträchtigungen können auf die Nachfrage, ob eine
Behinderung vorliege, schließen lassen (Pressemitteilung des
BAG 118/09).
17.12.2009 Die Tarifregelungen zur Überleitung von Arbeitsverhältnissen in den
Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) verletzen Art. 3
Abs. 1 GG nicht, soweit sie dazu führen, dass ein angestellter Meister
eine geringere Vergütung als die ihm unterstellten Lehrgesellen erhält. Damit
haben die Tarifvertragsparteien die Grenzen der Tarifautonomie nicht
überschritten (Pressemitteilung des
BAG 117/09)
17.12.2009 Die in einem Änderungsvertrag zum ursprünglichen Arbeitsvertrag vereinbarte
Kündbarkeit einer "Beförderung" in eine höherwertige Position
innerhalb einer Probezeit ist als Änderungs- oder Widerrufsvorbehalt zu werten
und unterliegt als solcher sowohl der Prüfung auf eine Umgehung des
Änderungskündigungsschutzes als auch einer Inhaltskontrolle nach §§ 305 ff. BGB
(Landesarbeitsgericht
Bayern Urteil vom 17.12.2009 - 3 Sa 644/09).
15.12.2009 Tarifvertragsparteien müssen bei einer vom Gesetz abweichenden
Berechnung des Urlaubsentgelts wesentliche Vergütungsbestandteile einbeziehen.
Das gilt zumindest für das Entgelt während des gesetzlichen Mindesturlaubs (§ 3 BUrlG). Andernfalls
ist die betreffende Tarifregelung unwirksam. Auch laufende Prämien zählen zu
den wesentlichen Vergütungsbestandteilen. (Pressemitteilung des
BAG 116/09).
07.12.2009 Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften ist nach einem
Beschluss des LAG Berlin nicht tariffähig für Tarifverträge für Zeitarbeit und
Personalserviceagenturen. Damit können Leiharbeiter, welche derzeit unter
Anwendung des Tarifvertrages schlechter gestellt sind als Mitarbeiter im
Entleiherunternehmen, weitergehende Forderungen geltend machen (Beschluss vom
07.12.2009, Az.: 23 TaBV 1016/099)
23.11.2009 Berücksichtigung von Verspätungen im Busbetrieb bei der tariflich
geregelten teilweisen Anrechnung von Lenkzeitunterbrechungen auf die Arbeitszeit
(Pressemitteilung des
BAG 113/09)
23.11.2009 Freizeitausgleich für Bereitschaftsdienst. Leisten Beschäftigte in
einem Krankenhaus eines kommunalen Arbeitgebers Bereitschaftsdienst, steht
ihnen nach dem TVöD-K Bereitschaftsdienstentgelt zu. Anstelle der Auszahlung
kann der Bereitschaftsdienst bei Ärztinnen und Ärzten bis zum Ende des dritten
Kalendermonats durch entsprechende Freizeit abgegolten werden. Bei anderen
Beschäftigten ist die Abgeltung nach der tariflichen Regelung nur zulässig,
wenn ein Freizeitausgleich zur Einhaltung der Vorschriften des
Arbeitszeitgesetzes erforderlich oder in einer Betriebs- oder
Dienstvereinbarung geregelt ist oder der Beschäftigte dem Freizeitausgleich
zustimmt (Presseerklärung des
BAG 112/09).
15.09.2009 Der gegen eine sozialwidrige Kündigung erfolgreiche Kläger kann die
gerichtliche Auflösung seines Arbeitsverhältnisses gegen Zahlung einer
Abfindung verlangen, wenn die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar
ist. Dies ist nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein
dann der Fall, wenn der Arbeitgeber durch Aufstellung völlig haltloser
Kündigungsgründe einer Pflegekraft jegliches Verantwortungsbewusstsein
abspricht (Urteil vom
15.09.2009, Az.: 2 Sa 105/09).
24.10.2009 neue Mindestlöhne für Bergbauspezialarbeiten in
Steinkohlebergwerken, Wäschereidienstleistungen im Objektkundengeschäft und das
Maler- und Lackiererhandwerk (mehr auf den Seiten
des BMAS).
22.10.2009 Betriebsstilllegung und Betriebsübergang schließen einander aus.
Abgeschlossen ist eine Stilllegung, wenn die Arbeitsverhältnisse der
Arbeitnehmer beendet sind. Kommt es nach der faktischen Einstellung des
Betriebs und vor Ablauf der Kündigungsfristen zu einem Betriebsübergang, tritt
der Betriebserwerber in die Rechte und Pflichten aus den noch bestehenden
Arbeitsverhältnissen ein. Dies gilt auch bei einem Betriebsübergang in der
Insolvenz (Pressemitteilung des
BAG 104/09).
21.10.2009 Ein beim Entleiher
als Maler eingesetzter Leiharbeitnehmer hat nur dann Anspruch auf den
tariflichen Mindestlohn, wenn der Entleiherbetrieb in den betrieblichen
Geltungsberich des Tarifverterages zur Regelung des Mindestlohnes für
gewerbliche Arbeitnehmer im Maler- und Lackierhandwerk fällt (BAG Urteil 5 AZR
951/08).
24.09.2009 Die Pflicht jedes Vertragspartners, auf die Rechte, Rechtsgüter und
Interessen des anderen Teils Rücksicht zu nehmen, kann zu einer Verpflichtung
des Arbeitgebers führen, bei der Wahrung von Ansprüchen seiner Arbeitnehmer
mitzuwirken, die diese gegenüber Dritten, z.B. einem Versicherungsträger,
erwerben können. Eine solche Pflicht hat aber zur Voraussetzung, dass die
Entstehung von Rechtspositionen der Arbeitnehmer überhaupt in Betracht zu
ziehen ist (Pressemitteilung des
BAG 98/09)
24.09.2009 Entschädigung wegen
Belästigung durch ausländerfeindliche Parolen vom Arbeitgeber nur unter
bestimmten Voraussetzungen (Pressemitteilung des
BAG 97/09).
23.09.2009 Keine tarifliche Entgeltsteigerung für Tätigkeiten als Arzt im
Praktikum (Pressemitteilung des
BAG 96/09)
15.09.2009 Es spricht einiges dafür, dass es bei einer Entgeltumwandlung nicht
zulässig ist, dem Arbeitnehmer anstelle von Barlohn eine Direktversicherung mit
(voll) gezillmerten Tarifen zuzusagen. Soweit wegen der Zillmerung die Höhe der
Versicherungs- und Versorgungsleistungen rechtlich zu beanstanden ist, führt
dies jedoch nicht zu einem „Wiederaufleben“ des umgewandelten
Arbeitsentgeltanspruchs, sondern zu einer Aufstockung der
Versicherungsleistungen (Pressemitteilung
des BAG 92/09).
15.09.2009 Klauseln, nach denen der Arbeitnehmer zur Rückzahlung von Aus- und
Fortbildungskosten verpflichtet ist, unterliegen der Inhaltskontrolle nach den
§§ 305 ff. BGB. Voraussetzung für eine Rückzahlungsklausel ist danach, dass die
Ausbildung von geldwertem Vorteil für den Arbeitnehmer ist und dieser nicht
unangemessen lange an das Arbeitsverhältnis gebunden wird. Ist eine zu lange
Bindungsdauer vereinbart, führt dies grundsätzlich zur Unwirksamkeit der
Rückzahlungsklausel insgesamt; ein Rückzahlungsanspruch besteht nicht.
Vereinbarungen, wonach der Arbeitgeber die Teilnahme an der Maßnahme zu
vergüten und der Arbeitnehmer unter bestimmten Umständen die Kosten zu
erstatten hat, ist an den allgemeinen Grundsätzen zu messen (Pressemitteilung
des BAG 91/09).
03.09.2009 Eine Rechtsschutzversicherung hat auch die Kosten für eine
aussergerichtliche Tätigkeit des Rechtsanwaltes zu übernehmen. Bislang
sträubten sich Rechtsschutzversicherungen, aussergerichtliche Anwaltsgebühren
zu übernehmen, welche anfielen, wenn vor Klageerhebung versucht wurde, zwischen
gekündigtem Arbeitnehmer und dessen Arbeitgeber eine Einigung zu erzielen. Dem
schließt sich das AG Stuttgart (03.09.2009 - 13 C 6358/08) nicht an und erkennt
einen Deckungsschutz an.
03.09.2009 Eine Befristung von Arbeitsverträgen mit wissenschaftlichem Personal
nach WissZeitVG an Hochschulen
nach abgeschlossener Promotion bis zu einer Dauer von sechs Jahren, im Bereich
der Medizin bis zu einer Dauer von neun Jahren zulässig. Die längere
Befristungsmöglichkeit im Bereich der Medizin gilt nur für wissenschaftliches
Personal der medizinischen Fachrichtungen, nicht für Wissenschaftler anderer
Fachbereiche (Pressemitteilung des
BAG 88/09).
03.09.2009 Die Befristung eines Arbeitsvertrags ist nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 TzBfG
sachlich gerechtfertigt, wenn der Arbeitnehmer aus Haushaltsmitteln vergütet
wird, die für eine befristete Beschäftigung bestimmt sind, und er entsprechend
beschäftigt wird. Eine Befristung nach dieser Vorschrift erfordert die
Vergütung aus Haushaltsmitteln, die vom Haushaltsgeber im Haushaltsplan für
eine Aufgabe von vorübergehender Dauer mit einer konkreten Sachregelung auf der
Grundlage einer nachvollziehbaren Zwecksetzung versehen sind (Pressemitteilung des
BAG 89/09) .
01.09.2009 es gelten neue Mindestlöhne im
Baugewerbe und ein verändertes Datenschutzrecht (im Arbeitsrecht
ist § 32 BDSG von Interesse).
26.08.2009 Schließen ein Insolvenzverwalter und die Gewerkschaft einen
Sanierungstarifvertrag kann dieser nach einem Betriebsübergang auf eine nicht
tarifgebundene Erwerberin nicht durch Kündigungserklärung ihr gegenüber beendet
werden. Eine Teilkündigung des Arbeitnehmers bezogen auf die nach § 613a Abs. 1
Satz 2 BGB transformierten Rechte und Pflichten des Tarifvertrages ist nicht
möglich (Pressemitteilung des
BAG 83/09).
15.07.2009 Für Anfechtungsklagen, mit denen ein Insolvenzverwalter wegen
Anfechtbarkeit der Zahlung nach §§ 129 ff. InsO
Löhne zurückfordert, die der Schuldner an seine Arbeitnehmer gezahlt hat, ist
der Rechtsweg zu den Arbeitsgerichten eröffnet (BAG - Beschluss vom
15.07.2009, Az.: GmS-OGB 1/09).
18.08.2009 Die Begrenzung einer innerbetrieblichen Stellenausschreibung auf
Arbeitnehmer im ersten Berufsjahr kann eine nach AGG unzulässige mittelbare
Benachteiligung wegen des Alters sein (Pressemitteilung des
Bundesarbeitsgerichtes 81/09).
30.06.2009 Sind Sozialhilfeempfänger privat krankenversichert, muss der
Sozialhilfeträger die vollen Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung
übernehmen (Landessozialgericht Baden-Württemberg; Beschlüsse vom 30.06.2009,
Az.: L 2 SO 2529/09 Er-B und 08.07.2009, Az.: L 7 SO 2453/09 ER-B).
13.08.2009 Ein im Geltungsbereich der AVR des Deutschen Caritasverbands
beschäftigter Arbeitnehmer hat in der Regel keinen Anspruch auf kinderbezogenen
Ortszuschlag, wenn sein Ehepartner bei einem kommunalen Arbeitgeber beschäftigt
ist und dessen Arbeitsverhältnis vom BAT in den Tarifvertrag für den
öffentlichen Dienst (TVöD) übergeleitet wurde (BAG Pressemitteilung
79/09 vom 13.08.2009).
Ein Arbeitgeber darf unter Berücksichtigung des Grundsatzes der
Gleichbehandlung einzelnen Arbeitnehmern eine Sonderzahlung nur aus sachlichen
Kriterien vorenthalten. Stellt er sachfremd Arbeitnehmer schlechter, können
diese verlangen, wie die begünstigten Arbeitnehmer behandelt zu werden. Dies
gilt auch dann, wenn der Arbeitgeber gegen das Maßregelungsverbot in § 612a BGB
verstößt und Arbeitnehmer von einer Sonderzahlung ausnimmt, weil diese in
zulässiger Weise ihre Rechte ausgeübt haben (BAG Pressemitteilung
78/09).
Nach einer Entscheidung des LSG Hessen stellt Überforderung einen wichtigen
Kündigungsgrund für einen Eigenkündigung des Arbeitnehmers dar mit der Folge,
dass eine Sperrzeit bei Zahlung des Arbeitslosengeldes nicht statthaft ist (LSG
Hessen vom 18.06.2009 - L 9 AL 129/08 -)
(08/09) Im Sommer traten Gesetze in Kraft, wonach Kranken- und
Pflegeversicherungsbeiträge besser steuerlich absetzbar sind, Sozialschutz für
kurz befristet Beschäftigte (Künstler) hergestellt wird und Azubis aus
insolventen oder schließenden Betrieben besser vermittelt werden können an
übernehmende Unternehmen.
(08/09) Durch einen Tarifvertrag kann die Bildung eines
unternehmenseinheitlichen Betriebsrats bestimmt werden, wenn dies die Bildung
von Betriebsräten erleichtert oder einer sachgerechten Wahrnehmung der
Interessen der Arbeitnehmer dient (BAG Pressemitteilung
77/09)
(08/09) Darf das prozessuale Verhalten einer Partei im Urteil verwertet werden?
Diese grundsätzliche Frage wird demnächst das Bundesarbeitsgericht prüfen und
beantworten (BAG vom 28.07.2009 -3
AZN 244/09-)
(08/09) Eine nicht ordnungsgemäße Unterrichtung des Arbeitnehmers über einen
beabsichtigten Betriebsübergang setzt die Frist für einen Widerspruch des
Arbeitnehmers gegen den Übergang seines Arbeitsverhältnisses auf den
Betriebserwerber nicht in Lauf. Das Recht zum Widerspruch kann allerdings
verwirken (BAG Pressemitteilung
72/09)