St. Elisabeth-Krankenhaus gem. GmbH

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Schwerpunkte setzen bei der Altersmedizin

veröffentlicht um ‎‎24.03.2009 05:14‎‎ von Melanie Müller von Klingspor

Seit Juli 2008 ist Günter Merschbächer Geschäftsführer der Krankenhäuserin Zweibrücken, Landstuhl und Pirmasens. „Das ist ein kleiner Konzern mit 70 Millionen Euro Jahresumsatz und 1300 Mitarbeitern", sagt er.

„Es gibt nicht viele gut aufgestellte Krankenhausträger in der Region, aber die Mallersdorfer gehören dazu", sagt Günter Merschbächer. Als ihn der kürzlich ausgeschiedene Geschäftsführer des St.-Elisabeth-Krankenhauses, Anton Hans, im vergangenen Jahr auf der Suche nach einem Nachfolger ansprach, hat ihm dies den Wechsel von der Caritas-Trägergesellschaft Trier (CTT) nach Zweibrücken erleichtert. Seit neun Monaten ist Merschbächer nun Geschäftsführer des St.-Elisabeth-Krankenhauses in Zweibrücken, des St.-Johannis-Krankenhauses in Landstuhl und des Nardinihauses in Pirmasens.

Beim RHEINPFALZ-Redaktionsgespräch gewinnt man den Eindruck, dass sich Merschbächer in Zweibrücken schon sehr wohlfühlt. Er könne sich vorstellen, den Krankenhausverbund „bis zur Rente zu führen", lässt er keinen Zweifel daran, dass es für ihn die richtige Entscheidung war, mit 49 Jahren nochmals eine neue berufliche Herausforderung anzugehen. Der Wechsel von der „großen" Caritas-Trägergesellschaft Trier (CTT) nach Zweibrücken macht für ihn Sinn. „Kleine Krankenhäuser sind flexibler, bieten mehr Handlungsspielräume und haben ein anderes Potenzial." Mit dem Ambiente sei beispielsweise marketingmäßig zu wuchern. Merschbächer: „Wir sehen den Patienten als Mensch, und das spürt er auch. Bei uns ist das nicht wie in großen Häusern die Galle von Zimmer 17, sondern die Patientin Müller." Diese Nähe mache den Unterschied aus.

Dem Jammern der Branche will sich Merschbächer nicht anschließen. Das St.-Elisabeth-Krankenhaus mit 264 Betten sei gut aufgestellt und werde auch 2009 schwarze Zahlen schreiben. „Wir haben 2008 beim Personal leicht abgebaut und beschäftigen noch 427 Personen, davon 44 Ärzte." Damit sei im Personalbereich bei den Kosten nichts mehr zu bewegen. Jetzt gelte es, sich über Strukturveränderungen Gedanken zu machen und Synergieeffekte zwischen den Krankenhäusern auszuloten. Die Reinigung und Desinfektion medizinischer Instrumente müsse nicht an zwei Standorten erfolgen. Daher sei man derzeit dabei, die Zentralsterilisation in Landstuhl zusammenzuführen.

Auf der anderen Seite müsse man sich die Erlösstruktur anschauen. „Und da hat das St.-Elisabeth-Krankenhaus im Januar und Februar deutlich steigende Patientenzahlen gehabt. Mit 630 waren es im Januar 80 mehr als im Vorjahresmonat. Bei internistischen Erkrankungen sei das Krankenhaus häufiger aufgesucht worden. „Das Leistungsangebot muss attraktiv sein", betont Merschbächer. Und da habe das St.-Elisabeth-Krankenhaus Schwerpunkte gesetzt: bei Diabetes, Schlaganfall, Kardiologie und Gastroenterologie. Das zahle sich durch einen höheren Patientenzuspruch aus.
Merschbächer ist der Auffassung, dass die beiden Zweibrücker Krankenhäuser Überschneidungen im Angebot vermeiden sollten. „Wir sollten überlegen, ob wir Dopplungen bereinigen und dafür zusätzliche Angebote schaffen können." In der Inneren Medizin könne man beispielsweise neue Schwerpunkte setzen. Das sei ein längerfristiger Prozess, an dem auch das Land, die Krankenkassen und Landesbehörden mitwirken müssten.


Merschbächer hält es für sinnvoll, über neue Angebote in der Altersmedizin nachzudenken, etwa einen Ausbau der Abteilung Endoprothetik. Hüftgelenkersatz sei ein Bereich mit steigenden Patientenzahlen. „Wir hatten vergangenes Jahr über 200 Prothesen-Operationen", so Merschbächer. Es sei auch überlegenswert, ob in Zweibrücken eine Spezialisierung auf Tumorerkrankungen möglich ist. „Wenn der Aufbau solcher Abteilungen für die Krankenhäuser finanzierbar ist, sollten wir unser Augenmerk auf die Volkskrankheiten legen," rät der 49-jährige Krankenhaus-Manager. (ts)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Zweibrücker Rundschau
Ausgabe: Nr.69
Datum: Montag, den 23. März 2009