Neue Methode am St. Elisabeth-Krankenhaus – Nur drei Tage stationär und ohne Chemotherapie
„Ich fand die Diagnose nicht so schlimm, Krebs kann man bekommen, so ist das Leben, das muss man akzeptieren.“ Wendelin Berberich (60) wurde im Dezember vergangenen Jahres bei einer Vorsorgeuntersuchung mit der Diagnose „Prostatakrebs“ konfrontiert. Er fand den Befund zwar nicht so erschütternd, hat sich aber natürlich trotzdem behandeln lassen, und zwar mit der so genannten Brachytherapie.
Das ist eine minimal-invasive Methode, die der Urologe Detlev Comberg seit kurzem am St. Elisabeth-Krankenhaus anbietet. Die „Brachytherapie mit permanenter Seed-Implantation“, so lautet die volle Bezeichnung, ist eine relativ neue Methode der Strahlentherapie von innen. „Mein Urologe hat es mir so erklärt: Mit einer Nadel werden kleine Stäbchen in die Prostata eingebracht. Diese Stäbchen, also die Seeds, sind radioaktiv geladen und die Strahlen zerstören den Tumor“, beschreibt Berberich die Therapie.
„Bei der permanenten Seed-Implantation werden zwischen 25 und 80 etwa reiskorngroße, radioaktiv geladene Metallstifte in die Prostata eingebracht“, erklärt Comberg das Verfahren. „Diese Seeds geben kontinuierlich Strahlung ab, bis sie nach etwa einem Jahr nicht mehr radioaktiv geladen sind. Sie bleiben aber dauerhaft in der Prostata.“ Die Strahlung, meist Iod oder Palladium, reiche nur wenige Millimeter weit in das Gewebe und könne nicht auf die Umgebung der Patienten übertragen werden.
„Ich war drei Tage im Krankenhaus“, erzählt Berberich. „Am ersten Tag hat Dr. Comberg zusammen mit zwei Strahlentherapeuten die richtige Dosis berechnet. Am zweiten Tag war die OP unter Vollnarkose. Am dritten Tag konnte ich heim gehen.“ Die Vollnarkose sei nötig gewesen, weil der Patient bei dem Einführen der Nadel mit den Seeds ganz still liegen muss.
„Beim Wachwerden hatte ich überhaupt keine Schmerzen, es hat nicht geblutet, ich konnte gleich wieder essen. Einen Tag lang hatte ich einen Katheter, aber das war nicht schlimm.“ Berberich erinnert sich an einige leichte Probleme am Anfang: „Die Strahlung hat Irritationen im Blasen- und Darmbereich verursacht. Ich musste ziemlich oft auf die Toilette. Aber das hat nachgelassen. Mir geht es gut“, sagt Wendelin Berberich jetzt, knapp ein halbes Jahr später. „Ich bin überhaupt nicht eingeschränkt, lebe ganz normal.“
„Die Methode ist am besten geeignet für frühe Tumoren, die noch nicht gestreut haben. Der Vorteil gegenüber der offenen Operation liegt bei dem minimal-invasiven Verfahren auf der Hand: Man muss nicht schneiden und braucht anschließend keine Chemotherapie“, so Comberg. |