Am St. Elisabeth-Krankenhaus entfernen die Chirurgen seit etwa vier Wochen Gallenblasen und Gallensteine mit nur noch zwei kleinen Schnitten am Bauch, statt wie bisher mit vier. „Das bedeutet für den Patienten weniger Narben und ein geringeres Risiko für Wundheilungsstörungen“, erklärt dazu Bernhard Palm, Leitender Oberarzt der Abteilung für Gefäß- und Viszeralchirurgie am St. Elisabeth-Krankenhaus.
„Gallensteine können fies sein“, erläutert der Chirurg. „Sie sind meist ein chronischer Krankheitsherd, der Anlass von Entzündungen, Gelbsucht, Koliken, Eiterungen, Bauchfellentzündungen und letztlich auch bösartigen Veränderungen sein kann.“ Leide ein Patient an Gallensteinen, werde die Gallenblase mit den darin befindlichen Steinen entfernt.
„Früher hat man die Bauchdecke geöffnet und dabei die Muskulatur und die Nervenstränge durchschnitten. Das hat natürlich nach der Operation Schmerzen verursacht und Wundheilungsstörungen hat es auch gegeben“ erzählt Palm. In den 90er Jahren habe dann aber der „bahnbrechende Fortschritt“ der minimal-invasiven Chirurgie Einzug in die Operationssäle gehalten und sich weltweit nach unglaublich kurzer Einführungszeit verbreitet.
Palm erklärt: „Der Zugang zur Gallenblase erfolgte über vier kleine Löcher, über die Lichtquelle, Kamera und spezielles, sehr feines chirurgisches Instrumentarium in die Bauchhöhle eingeführt werden können.“ Jetzt mache aber der technische Fortschritt es möglich, den Eingriff mit lediglich zwei kleinen Schnitten an der Bauchdecke durchzuführen.
„Dieses Verfahren gelingt bei über 90 Prozent der Patienten die ein normales Gallensteinleiden haben“, sagt der Oberarzt. Dennoch müsse es dem Chirurgen erlaubt sein, beim Auftreten von unvorhergesehenen Schwierigkeiten wie starken Entzündungen die Operation durch einen sogenannten Umstieg offen beenden zu dürfen. „Aber es funktioniert sehr gut. Wir haben in den vergangenen Wochen etwa zehn Operationen so gemacht und die Patienten waren sehr zufrieden“, berichtet der Arzt. Längerfristig sieht Palm allerdings die medizinische Entwicklung so voranschreiten, dass Operationen im Bauchraum, wie die Gallenblasen-Entfernung, die so genannte laparoskopische Cholecystektomie, durch natürliche Körperöffnungen ganz ohne Schnitte in der Bauchdecke durchgeführt werden können.
„Wir werden dahin kommen, dass auch wir hier in Zweibrücken in einiger Zeit bei Frauen die Gallenblase durch die Scheide entfernen können, so dass nur noch ein kaum sichtbarer kleiner Schnitt im Bereich des Nabels vorhanden ist“, berichtet Palm. „Wir denken, dass auch zukünftig unsere Patienten von all diesen Neuerungen profitieren können.“ |