Das St. Elisabeth Krankenhaus ist für den wachsenden Wettbewerb unter den Kliniken gut gerüstet. Davon ist der scheidende Geschäftsführer Anton Hans überzeugt. Um weitere Kosten einsparen zu können, regt er eine engere Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Krankenhaus an. Beworben hat sich Anton Hans nie. Trotzdem wurde er am 1. Januar 1993 Geschäftsführer des Zweibrücker St. Elisabeth Krankenhauses. Schließlich war der in Hassel lebende Saarländer, der heute in den Ruhestand geht, in Zweibrücken kein Unbekannter. Bereits 1971 war der Kaufmann und Betriebswirt nach Zweibrücken gekommen und leitete als Geschäftsführer den Kreisverband des Roten Kreuzes (DRK). „Zweibrücken hat den großen Vorteil, dass die Stadt überschaubar ist und man sich kennt." Dies sieht Hans nicht nur als Grund dafür, dass ihm damals ohne formelle Bewerbung der Sprung von der DRK-Spitze in den Chefsessel des St. Elisabeth Krankenhauses gelang. Auch sonst seien ihm die kurzen Wege in der Stadt schon oft von Vorteil gewesen. Zum Beispiel, als es darum ging, gemeinsam mit städtischem Betreuungsdienst, ASE, DRK und Ökumenischer Sozialstation ein Netzwerk aufzubauen, um die Weiterversorgung allein lebender Senioren - nach dem Krankenhausaufenthalt sicherzustellen - was in Zweibrücken, der Stadt mit dem zweithöchsten Seniorenanteil in Rheinland-Pfalz, ganz besonders wichtig sei. Gerade ältere Menschen schätzen nach Ansicht von Hans die Vertrautheit und menschliche Wärme, die in einer konfessionell geführten Klinik wie dem St. Elisabeth Krankenhaus geboten werde. Aber auch an die sich ständig ändernden Bedürfnisse der anderen Patienten habe sich das Krankenhaus angepasst und sich so im immer härter werdenden Wettbewerb mit anderen Kliniken positioniert. In den 90er Jahren, als das Krankenhaus seine Entbindungsstation schließen musste, hatten Hans und seine damalige Mit-Geschäftsführerin Schwester Jakobe Schmid der Klinik eine Radikalkur verordnet und den Umwandlungsprozess vom Allgemeinkrankenhaus zu einer Schwerpunktklinik eingeleitet. „Man muss als Krankenhaus ums Überleben kämpfen", gibt der scheidende Geschäftsführer unumwunden zu - und deshalb habe es damals geheißen: Ärmel hochkrempeln und mit den Mitarbeitern ein neues Leitbild für das Krankenhaus schaffen. Die Innere Medizin hat heute die Behandlungs-Schwerpunkte Angiologie, Kardiologie, Diabetes und Schlaganfall-Behanglung. Bei der Schlaganfall-Behandlung ist das St. Elisabeth Krankenhaus mit der so genannten „Stroke Unit" zum Behandlungszentrum in der Region geworden. In der „Stroke Unit" behandeln Radiologen, Kardiologen, Gefäßchirurgen sowie Neurochirurgen und Neurologen die Patienten gemeinsam. Auch Spezialisten der Unikliniken Homburg sind beteiligt. Im Haus werden auch Lyseverfahren (Auflösung von Blutgerinnseln) zur Behandlung des akuten Schlaganfalls durchgeführt. 2004 wurde im Krankenhaus eine Schmerztagesklinik eröffnet, und die chirurgische Abteilung erhielt einen eigenen Fachbereich für Gelenkchirurgie und Sportverletzungen. 2006 erkannte die Landesregierung zusätzlich die Schwerpunkte Bauchchirurgie und Gastroenterologie an. In diesen Leistungszentren behandeln Internisten und Chirurgen Erkrankungen von Dickdarm, Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm, Galle, Bauchspeicheldrüse und Leber. Im gleichen Jahr erhielt die Diabetologie zum zweiten Mal das Zertifikat nach den QMKD -Kriterien (Qualitätsmanagement klinischer Diabetes). Hans ist sich sicher, mit diesen Schwerpunkten die richtigen Weichen für die Zukunft des Krankenhauses und seiner rund 500 Mitarbeiter gestellt zu haben. „Ich habe 1993 ein gut aufgestelltes Haus übernommen. Und ich bin froh, heute ein gut aufgestelltes Haus übergeben zu können", sagte er im Merkur-Redaktionsgespräch. Eine der größten Herausforderungen in seinen 16 Jahren als Krankenhaus- Geschäftsführer sei dabei der wachsende Kostendruck gewesen, dem alle Kliniken in Deutschland ausgesetzt seien. Die in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegenen Energiekosten habe das Krankenhaus durch den Bau eines Wärmekraftwerks in den Griff bekommen. Mit der Pharmaindustrie und anderen Lieferanten werde hart verhandelt, um günstige Einkaufspreise zu erzielen. Auch sonst überprüfe das Krankenhaus ständig alle Bereiche auf Einsparmöglichkeiten. „Das Einzige, woran wir nicht sparen, sind unsere Patienten", betont der scheidende Krankenhaus-Geschäftsführer. Um weitere Kosten einzusparen, kann sich Hans eine engere Zusammenarbeit mit anderen Kliniken vorstellen - auch mit dem Evangelischen Krankenhaus. Mit dem Grübeln über Bilanzen und Kostenrechnungen ist es für Anton Hans aber nun vorbei. Und er scheint an dieser neuen Freiheit, die ihm der Ruhestand bietet, bereits Geschmack gefunden zu haben: „Meine Trauer, nie mehr an Budgetverhandlungen teilnehmen zu müssen, hält sich in Grenzen", scherzt er. Trotzdem wird der scheidende Geschäftsführer dem St. Elisabeth Krankenhaus erhalten bleiben - als Stiftungsrat der Nardini-Stiftung, der Trägerorganisation der Klinik. Mehr Zeit wird sich Anton Hans, der am 24. Februar 64 Jahre alt wird, auch für das Rote Kreuz nehmen können, wo er Landesschatzmeister im Saarland ist, und für den Verwaltungsrat seiner Kirchengemeinde, dem er als Vizechef vorsteht. Außerdem möchte Hans ein Religionsstudium beginnen. Was ihn sonst noch so alles im Ruhestand erwartet, darüber will er nicht spekulieren. „Ich weiß nicht, ich war noch nie Rentner", erklärt er mit einem kleinen Augenzwinkern. Erschienen am 5. Februar in "Pfälzischer Merkur" |