St. Elisabeth-Krankenhaus gem. GmbH

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Der Chef wird zum Studenten

veröffentlicht um 11.02.2009 02:17 von Melanie Müller von Klingspor   [ 11.02.2009 02:51 wurde aktualisiert. ]

Mit einer Träne im Knopfloch sagten gestern in der Festhalle Mitarbeiter und Ehrengäste Lebewohl zu Anton Hans, Geschäftsführer des Katholischen Krankenhauses in Zweibrücken.
Hans geht in den Ruhestand - und will Theologie studieren.

Vom gut gepolsterten Chefsessel wechselt Anton Hans auf die harte Sitzbank im Hörsaal. Und freut sich darauf. Der Geschäftsführer des Katholischen Krankenhauses in Zweibrücken, der am 24. Februar 64 Lenze zählt, ist nämlich seit heute offiziell im Ruhestand. Und diesen will er nutzen, um Theologie zu studieren, wie gestern bei seiner feierlichen Verabschiedung in der Festhalle deutlich wurde.

Mit viel Wehmut nahmen die Mitarbeiter sowie zahlreiche Ehrengäste von Hans Abschied. In allen Redebeiträgen wurde die Wertschätzung für den Krankenhaus-Manager deutlich. „Humor", „Menschlichkeit", „Charme" attestierten ihm die Redner ein ums andere Mal.
1993 hatte Hans die Geschäftsführung des St.-Elisabeth-Krankenhauses in der Rosenstadt übernommen. 2001 folgte die Geschäftsführung des St.-Johannis-Krankenhauses in
Landstuhl. 2003 wurde er Geschäftsführer der neu gegründeten Krankenhaus-Service-Gesellschaft und 2005 Geschäftsführer des ambulanten Rehabilitätszentrums in Landstuhl.
In dieser Zeit habe sich Hans große Reputation erworben, lobte der Superior und geschäftsführende Stiftungsvorstand der Krankenhäuser St. Elisabeth und St. Johannis, Wilhelm Gegenfurtner, bei der Eröffnung des Festaktes. „Vergelt's Gott" dankte Gegenfurtner Anton Hans und rief desseln Nachfolger, Günter Merschbächer, zu: „Gottes Segen für Ihre Auf-
gabe."

Zweibrückens Oberbürgermeister Helmut Reichling lobte den Geschäftsführer für seine besondere Art, Menschen zu führen und sein Fachwissen zu teilen. „Sie waren in vielen Gre-
mien ein wichtiger Impulsgeber", beschied er dem 63-Jährigen und brachte den Wunsch zum Ausdruck, dass Hans sich künftig nicht nur in theologische Schriften vertiefen, sondern auch weiterhin seine Kompetenz der Rosenstadt zur Verfügung stelle werde.

Der Landstuhler Bürgermeister Klaus Grumer ernannte den in Hassel lebenden Saarländer Hans zum „Ehrenpfälzer" und schenkte ihm eine Urkunde, die dies hoch feierlich testiert.
Solch ein augenzwinkerndes Präsent war ganz nach dem Geschmack des Ruheständlers. Ebenso wie die Musik der „Unnerhaus"-Jazzband aus Landstuhl, die mit flotten Jazz- und
Dixie-Weisen Hans den Abschied versüßte. Der Geehrte selbst versprach in seinem Schlusswort, dass die von ihm geleiteten Einrichtungen auch weiterhin dem Erbe ihres Gründungsvaters, dem Pirmasenser Pfarrer Paul Josef Nardini, treu bleiben und die christliche Nächstenliebe hoch schreiben werden.

Sein Nachfolger Günter Merschbächer sagte, dass – auch in Zeiten der Finanzkrise - kein Grund bestehe, zu verzagen. Zwar gebe es in Zweibrücken neben dem Katholischen noch das Evangelische Krankenhaus. Und beide würden sich „in ihren Angeboten zum Teil überschneiden". Aber dennöch sehe er eine Existenzberechtigung für beide Häuser. Die Herausforderung, die er anpacken wolle, sei, diese Angebote „besser aufeinander abzustimmen". Er habe mit dem Evangelischen Krankenhaus hierüber bereits „konstruktive Gespräche" geführt.

Erschienen am 6. Februar in "Pfälzischer Merkur"