St. Johannis-Krankenhaus Landstuhl

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Gegen den plötzlichen Kindstod

veröffentlicht um ‎‎29.01.2009 06:06‎‎ von Melanie Müller von Klingspor   [ aktualisiert ‎‎13.10.2009 04:36‎‎ von Vitalij Lubeschanin ]

Elterninitiative schenkt dem Krankenhaus 100 Babyschlafsäcke

100 Säuglingsschlafsäcke hat das Landstuhler St.-Johannis-Krankenhaus geschenkt bekommen, um sie an frischgebackene Eltern weiterzugeben. Die Spende der „Gemeinsamen Elterninitiative Plötzlicher Kindstod" (Geps) soll helfen, den plötzlichen Tod von Baby zu verhindern. Überreicht hat sie der stellvertretende Vorsitzende der Geps, der Zweibrücker Kinderarzt Harald Schönhofen.

„In den zehn Jahren, in denen ich hier arbeite, sind fünf bei uns geborene Säuglinge zu Hause am plötzlichen Kindstod gestorben.' Monika Mader, Chefärztin der Geburtshilfe, sagt, dass sie die tragischen Geschichten nie vergessen werde: „Umso froher sind wir über die Arbeit der Geps und freuen uns über die Spende." Erst im Oktober sei ein im St.-Johannis-Krankenhaus geborenes Baby an plötzlichem Kindstod gestorben. „Bevor wir die Eltern mit ihrem Baby nach Hause entlassen, klären wir sie über die Risikofaktoren auf", erzählte Mader. Und Kinderarzt Schönhofen ergänzt: „Weil die Geps um die Bemühungen des St.-Johannis-Krankenhauses zur Verringerung der Fälle weiß, ist die Spende eine Anerkennung dieser Arbeit."

„Inzwischen weiß man, dass es drei Hauptrisikofaktoren für den Säuglingstod gibt. Das sind das Schlafen in Bauchlage, rauchende Eltern und eine Überwärmung des Säuglings", erklärte Schönhofen. „Deshalb lauten die Regeln zur Prävention: Rückenlage, rauchfrei, richtige Schlafumgebung." Die Schlafsäcke sollen helfen, die richtige Schlafumgebung zu gewährleisten. „In einem Babybett sollte es keine Kissen, keine Decken, keine Nestchen oder Betthimmel geben", rät er. „Ein Säugling muss nicht zugedeckt werden, wenn er den richtigen Schlafsack trägt", ergänzt Mader. Die Raumtemperatur soll 18 bis 19 Grad betragen.

„Wenn ein Baby einen warmen Schlafanzug mit Ärmelchen trägt, reicht der Schlafsack aus. Dass die Händchen dann ein bisschen kühl sind, ist nicht schlimm", so Schönhofen. Aus Erfahrung wisse er aber, dass häufig Großeltern Sorge hätten, dass das Baby frieren könnte. „Ein Fehler. Ein Baby, das in Bauchlage schläft und dem zu warm ist, schläft so tief, dass es seine Atemaussetzer nicht korrigieren kann. Es kann dann einfach aufhören zu atmen."

Laut Geps sind 2007 17 Kinder in Rheinland-Pfalz am plötzlichen Kindstod gestorben. Deutschlandweit waren es 225. Insofern fügt sich die Zahl der am St.-Johannis-Krankenhaus geborenen und später am Säuglingstod gestorbenen Babys in die Statistik ein, die sieben betroffene Babys auf 10.000 Geburten ausweist. Im Schnitt werden am Johannis-Krankenhaus 1000 Babys im Jahr geboren.

„Wir würden uns sehr freuen über Sponsoren, die es uns ermöglichten, dem Haus so viele Schlafsäcke zu schenken, dass jedes Baby einen bekommen könnte", sagte Schönhofen. Da die Initiative aber nur begrenzte Mittel zur Verfügung habe und hauptsächlich Aufklärungsmaterial drucke, könne man zunächst nur die 100 Schlafsäcke spenden.

„Wir werden sie nach sportlichem Muster verteilen', verspricht Chefärztin Mader. Jedes zehnte Baby soll einen bekommen. Den Wert der Schlafsäcke bezifferte Schönhofen auf etwa 30 Euro pro Stück. (red)

Erschienen am 27. Dezember 2008 in DIE RHEINPFALZ, Ausgabe "Pfälzische Volkszeitung"