veröffentlicht um 17.06.2009 08:49 von Melanie Müller von Klingspor
[
18.06.2009 06:19 wurde aktualisiert.
]
"Traumfluchten" ist der Titel einer Ausstellung der Fotokünstlerin Christine Altherr, die ab 24. Juni auf der Palliativstation des St. Johannis-Krankenhauses zu sehen ist. "Traumfluchten" sind fotografische Nordsee-Impressionen, eigentümliche Blicke auf Meer, Deiche und Landschaften. Die Ausstellung anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Palliativstation im St. Johannis-Krankenhaus wird am Mittwoch, 24. Juni, 17 Uhr eröffnet.Für Musik sorgt der Nachwuchs-Gitarrist Tim Kuhr. Eine Vernissage und Ausstellung mit diesem Thema gehört nach dem Verständnis der Mitarbeiter der Station genau dahin, weil damit das Anliegen der täglichen Arbeit auf dieser Station zum Ausdruck gebracht wird: Ja zum Leben bis zuletzt. Die Künstlerin Christine Altherr stammt aus Landstuhl und ist Meisterin im Fotografenhandwerk. Sie betreibt ein eigenes Atelier für Porträtfotografie und hat ihre Arbeiten bereits in Ausstellungen präsentiert. Der Eintritt zu Vernissage und Ausstellung ist frei. Die Fotoarbeiten sind bis Ende August täglich von 9 bis 17 Uhr zu besichtigen auf der Palliativstation im fünften Stock des Krankenhauses. |
veröffentlicht um 29.01.2009 06:08 von Melanie Müller von Klingspor
[
aktualisiert 13.10.2009 04:36 von Vitalij Lubeschanin
]
Neue Intensivstation am St.-Johannis-Krankenhaus nach einjähriger Umbauphase in Betrieb
Die neue Intensivstation am Landstuhler St.-Johannis-Krankenhaus ist in Betrieb. Nach den knapp ein Jahr dauernden Umbauarbeiten und Investitionen von insgesamt rund 5,5 Millionen Euro wurde in einer ehemaligen Pflegestation die neue Abteilung eingerichtet. Ein paar Inventarschilder an den Schränken zeugen noch vom Umzug.
„Unser Krankenhaus hat dadurch sehr viel gewonnen", ist Werner Bleser, Chefarzt der Anästhesie, überzeugt: „Unsere neue Station ist hell, freundlich und natürlich auf dem neuesten Stand der Medizintechnik." Der Neubau war nötig geworden, weil die knapp 30 Jahre alte Intensivstation an ihre Grenzen gekommen war: 2008 wurden dort 1385 Patienten betreut, im Jahr davor waren es sogar über 1400. Nun wurde die Bettenkapazität von zehn auf 14 erweitert. In sechs Doppel- und zwei Einzelzimmern sorgen modernste medizinische Geräte für eine optimale Überwachung der Patienten sowie die Möglichkeit zur Sofortdiagnostik. Patienten aller operativen Disziplinen sowie internistische Fälle können betreut werden.
Als „keine große Sache" schildert Bleser den Umzug der Patienten in die neuen Räume, der lediglich einen Vormittag in Anspruch nahm. „So ein innerklinischer Transport ist relativ problemlos, zumal die neue und die alte Station direkt nebeneinander auf einer Etage liegen." Lediglich das Operations-Programm sei, soweit möglich, reduziert worden, erläutert der Arzt die Vorbereitungen, ansonsten gehe so etwas bei genauer Planung reibungslos vonstatten und sei selbst für Patienten mit Beatmungsgerät völlig problemlos.
Als Gewinn für Patienten und deren Angehörige, aber auch für die Ärzte und das Pflegepersonal, sieht Melanie Föckler, Abteilungsleiterin der Intensiven Anästhesie, die neue Station. „Durch große Arbeitsplätze und die vielen Monitore, die uns die medizinischen Daten der Patienten übersichtlich anzeigen, ist unsere Arbeit überschaubarer geworden. Die verbesserte Technik vereinfacht viele Handlungsabläufe.' Zudem seien die neuen Räume wesentlich ruhiger als die alten, was natürlich besonders den Patienten zugute komme, so die Medizinerin.
„Das Wohl und die optimale Betreuung der Kranken stehen selbstverständlich an allererster Stelle", betont auch der Chefarzt, dem „das übliche Image der Intensivmedizin, die oft als ,kalte Medizin" bezeichnet wird", missfällt. „Natürlich sind die Maschinen unerlässlich", erklärt Bleser, „und ein Patient mit akuter Atemnot empfindet auch keine Angst vor ihnen, sondern ist dankbar, dass ihm geholfen wird."
Seine Vorstellung geht dahin, die „Maschinen dem einzelnen Patienten anzupassen, um ihm seine Schmerzen und Leiden zu nehmen". Der geeignete Rahmen hierfür sei mit der neuen Station in Landstuhl geschaffen worden. Helle, pastellfarbene Flure mit großen Glasfronten sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Die Zimmer sind groß und bieten somit auch den Angehörigen der Patienten genügend Platz. Medizinische Geräte, die nicht benötigt werden, verschwinden hinter Schiebetüren, damit man laut Bleser „nicht gleich von der Technik erschlagen wird". Eine übersichtlichere Beschilderung ist eine von den vielen Kleinigkeiten, die Besuchern den Aufenthalt auf der Station erleichtern. Die positive Resonanz von Patienten und deren Angehörigen bestätige denn auch das Konzept der Klinik, so der Chefarzt. „Unsere Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt, in mancher Hinsicht sogar übertroffen", bilanziert Bleser. Und die nächsten Umbauten sind schon in Sicht: In der früheren Intensivstation, die nun frei ist, wird voraussichtlich bis Jahresende ein ambulanter OP-Trakt entstehen. (lc)
Erschienen am 28. Januar 2009 in DIE RHEINPFALZ, Ausgabe "Pfälzische Volkszeitung" |
veröffentlicht um 29.01.2009 06:06 von Melanie Müller von Klingspor
[
aktualisiert 13.10.2009 04:36 von Vitalij Lubeschanin
]
Elterninitiative schenkt dem Krankenhaus 100 Babyschlafsäcke
100 Säuglingsschlafsäcke hat das Landstuhler St.-Johannis-Krankenhaus geschenkt bekommen, um sie an frischgebackene Eltern weiterzugeben. Die Spende der „Gemeinsamen Elterninitiative Plötzlicher Kindstod" (Geps) soll helfen, den plötzlichen Tod von Baby zu verhindern. Überreicht hat sie der stellvertretende Vorsitzende der Geps, der Zweibrücker Kinderarzt Harald Schönhofen.
„In den zehn Jahren, in denen ich hier arbeite, sind fünf bei uns geborene Säuglinge zu Hause am plötzlichen Kindstod gestorben.' Monika Mader, Chefärztin der Geburtshilfe, sagt, dass sie die tragischen Geschichten nie vergessen werde: „Umso froher sind wir über die Arbeit der Geps und freuen uns über die Spende." Erst im Oktober sei ein im St.-Johannis-Krankenhaus geborenes Baby an plötzlichem Kindstod gestorben. „Bevor wir die Eltern mit ihrem Baby nach Hause entlassen, klären wir sie über die Risikofaktoren auf", erzählte Mader. Und Kinderarzt Schönhofen ergänzt: „Weil die Geps um die Bemühungen des St.-Johannis-Krankenhauses zur Verringerung der Fälle weiß, ist die Spende eine Anerkennung dieser Arbeit."
„Inzwischen weiß man, dass es drei Hauptrisikofaktoren für den Säuglingstod gibt. Das sind das Schlafen in Bauchlage, rauchende Eltern und eine Überwärmung des Säuglings", erklärte Schönhofen. „Deshalb lauten die Regeln zur Prävention: Rückenlage, rauchfrei, richtige Schlafumgebung." Die Schlafsäcke sollen helfen, die richtige Schlafumgebung zu gewährleisten. „In einem Babybett sollte es keine Kissen, keine Decken, keine Nestchen oder Betthimmel geben", rät er. „Ein Säugling muss nicht zugedeckt werden, wenn er den richtigen Schlafsack trägt", ergänzt Mader. Die Raumtemperatur soll 18 bis 19 Grad betragen.
„Wenn ein Baby einen warmen Schlafanzug mit Ärmelchen trägt, reicht der Schlafsack aus. Dass die Händchen dann ein bisschen kühl sind, ist nicht schlimm", so Schönhofen. Aus Erfahrung wisse er aber, dass häufig Großeltern Sorge hätten, dass das Baby frieren könnte. „Ein Fehler. Ein Baby, das in Bauchlage schläft und dem zu warm ist, schläft so tief, dass es seine Atemaussetzer nicht korrigieren kann. Es kann dann einfach aufhören zu atmen."
Laut Geps sind 2007 17 Kinder in Rheinland-Pfalz am plötzlichen Kindstod gestorben. Deutschlandweit waren es 225. Insofern fügt sich die Zahl der am St.-Johannis-Krankenhaus geborenen und später am Säuglingstod gestorbenen Babys in die Statistik ein, die sieben betroffene Babys auf 10.000 Geburten ausweist. Im Schnitt werden am Johannis-Krankenhaus 1000 Babys im Jahr geboren.
„Wir würden uns sehr freuen über Sponsoren, die es uns ermöglichten, dem Haus so viele Schlafsäcke zu schenken, dass jedes Baby einen bekommen könnte", sagte Schönhofen. Da die Initiative aber nur begrenzte Mittel zur Verfügung habe und hauptsächlich Aufklärungsmaterial drucke, könne man zunächst nur die 100 Schlafsäcke spenden.
„Wir werden sie nach sportlichem Muster verteilen', verspricht Chefärztin Mader. Jedes zehnte Baby soll einen bekommen. Den Wert der Schlafsäcke bezifferte Schönhofen auf etwa 30 Euro pro Stück. (red)
Erschienen am 27. Dezember 2008 in DIE RHEINPFALZ, Ausgabe "Pfälzische Volkszeitung" |
veröffentlicht um 29.01.2009 05:54 von Melanie Müller von Klingspor
[
aktualisiert 13.10.2009 04:37 von Vitalij Lubeschanin
]
Zwei Babys haben an Silvester im Landstuhler St.-Johannis-Krankenhaus das Licht der Welt erblickt. Um 13.29 Uhr wurde zunächst Liana Müller geboren. Wie die Gynäkologie auf Anfrage mitteilte, ist das Mädchen mit 3960 Gramm Gewicht und 56 Zentimetern Länge „ein echter Wonneproppen". Ihre Mutter Nadja aus Queidersbach sei ebenso wie das Kind wohlauf. Bester Gesundheit erfreut sich auch Joshua Cornish, dessen Geburt die Hebammen und Ärzte am Silvesterabend auf Trab hielt. Um 19.02 war es soweit: Der Junge, dessen Mutter Jessica in Ramstein wohnt, brachte es auf 48 Zentimeter und 2690 Gramm. Auch am Neujahrstag war das Kreißsaal-Team „in froher Erwartung", doch bis Redaktionsschluss konnte kein neuer Erdenbürger begrüßt werden. (oef)
Erschienen am 2. Januar 2009 in DIE RHEINPFALZ, Ausgabe "Pfälzische Volkszeitung"
|
veröffentlicht um 29.01.2009 05:41 von Melanie Müller von Klingspor
[
aktualisiert 13.10.2009 04:37 von Vitalij Lubeschanin
]
Landstuhl: Im Krankenhaus läuft der Betrieb über Weihnachten (fast) wie immer
Von Lucia Clasen
Mit glänzenden roten Kugeln und Strohsternen ist die Tanne liebevoll geschmückt. Gemeinsam mit den beiden großen, bunten Engelfiguren aus Holz verleiht sie dem Besucherzimmer im St.- Johannis-Krankenhaus in Landstuhl eine weihnachtliche Atmosphäre. Noch sind die vielen Stühle um die runden Tische verwaist. „Aber an Weihnachten wird das hier ganz anders aussehen', prophezeit Petra Silzer, leitende Hebamme der Entbindungs- und Wochenstation.
„Der Besuchsraum, unser wunderschöner Wintergarten, wird an den Feiertagen von Patientinnen und deren Besuchern genutzt", erzählt Silzer. „Bei Kaffee und Weihnachtsplätzchen macht man es sich hier gemütlich und feiert Weihnachten eben etwas anders."
Für Petra Silzer und ihre 27 Kolleginnen und Kollegen bedeutet arbeiten über Weihnachten nichts Neues. „Natürlich hätte jeder gerne frei zu Weihnachten, vor allem, wenn er selbst Familie hat. Aber wenn man sich für diesen Beruf entschieden hat, gehört es selbstverständlich dazu, auch an Sonn- und Feiertagen für den Patienten da zu sein."
Dann erzählt die dienstälteste Hebamme im Landstuhler Krankenhaus von der ganz besonderen Atmosphäre, die zur Weihnachtszeit auf der Station herrscht: „Es wird richtig ruhig und friedlich, was sich auch auf die Patienten überträgt. Die Diensttelefone stehen fast still. Es müssen nur akute Fälle behandelt werden, und wir geben unser Bestes, um unseren Patientinnen und uns selbst die Festtage feierlich zu gestalten.' Blühende Weihnachtssterne, stimmungsvolle Lichterketten und weihnachtliche Gestecke, die den ansonsten nüchtern wirkenden Fluren der Station weihnachtliches Flair verleihen, unterstreichen ihre Worte. Im Schwesternzimmer lädt eine große Schale mit leckeren Weihnachtsplätzchen zum Naschen ein.
Vorbei ist es allerdings mit der beschaulichen Ruhe, wenn sich ein neuer Erdenbürger ankündigt. So zum Beispiel am 21. Dezember, als der kleine Tom, das 800. Baby der Entbindungsstation, das Licht der Welt erblickte. „Eigentlich sollte er ja ein richtiges Christkind werden und am 24. Dezember zur Welt kommen, aber er wollte wohl doch nicht mehr warten.' Kerstin Hollinger ist überglücklich über die Geburt ihres ersten Kindes.
Nach ihrem Kaiserschnitt wird sie voraussichtlich fünf bis sieben Tage im Krankenhaus bleiben, muss somit die Feiertage im Krankenzimmer verbringen. „Es ist schon ein komisches Gefühl, dass ich an Weihnachten nicht zu Hause bin", meint die junge Mutter etwas traurig, wird aber gleich von ihrem Mann Kristian getröstet, der ihr verspricht, alle Geschenke mit in die Klinik zu bringen. „Und wir können ja noch so viele Weihnachtsfeste gemeinsam zu Hause feiern", muntert er seine Frau auf.
Aber nicht jeder hat die Möglichkeit, das schönste Fest des Jahres im Kreise seiner Lieben zu verbringen. So suchten sich alleinstehende Frauen oft ganz bewusst die Advents- und Weihnachtszeit für anstehende gynäkologische Eingriffe aus, berichtet Chefärztin Monika Mader. „Diese Frauen entgehen so dem Alleinsein an den Feiertagen und sind bei uns gut aufgehoben." Auch berufstätige Frauen, die möglichst wenig an ihrem Arbeitsplatz ausfallen wollen, lassen Operationen vor Weihnachten ausführen, um dann nach den Feiertagen schnellstmöglich wieder in den Beruf zurückkehren zu können.
Erschienen am 24. Dezember 2008, in DIE RHEINPFALZ, Ausgabe "Pfälzische Volkszeitung" |
veröffentlicht um 02.12.2008 06:31 von Melanie Müller von Klingspor
[
aktualisiert 13.10.2009 04:38 von Vitalij Lubeschanin
]
Der Bexbacher Chor Gleis 1 führt am 7. Dezember im St. Johannis-Krankenhaus sein Weihnachtskonzert "Caramba - eine altdeutsch-südamerikanische Wihnachtsfiesta" auf. Das Konzert beginnt um 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Die Idee, südamerikanische Weihnachtslieder mit deutschem Barock zu kombinieren, entstand auf einem Workshop des Chors. Das Ergebnis war verblüffend. Die barocken Wurzeln der lateinamerikanischen Folklore, die unter anderem auf die Missionstätigkeit der Jesuiten zurückzuführen sind, werden deutlich. Andereseits findet die liebevolle Naivität, die oft als Wesenszug barocker Kunst erscheint, in der Volkskunst der Anden ein reizvolles Pensant. "Heute ist Christus geboren": Das kleine geistliche Konzert von Heinrich Schütz (SWV 439) für drei Solistinnen, Generalbass und Chor eröffnet die Weihnachtsfiesta. Das Gerüst der Weihnachtsfiesta bildet die Weihnachtsgeschichte des Thomaskantors Johann Schelle /1648-1701). "Vom Himmel hoch - Actus musicus auf Weyh-Nachten" ist eine dreiteilige Evangelienkantate, die sich eng an den Text des Lucas anlehnt und die bekannten Szenen der Herbergssuche, der Engelverkündigung und der Anbetung durch die Hirten gestaltet. Die Gleis 1-Fassung verzichtet völlig auf den Anspruch, in einem historisierenden Sinne werktreu zu sein, sie ist eher der barocken Praxis verpflichtet, die immer darauf ausgerichtet war, mit vorhandenen Mitteln neue und interessante Wirkungen zu erzielen. Die südamerikanischen Weihnachtslieder aus Bolivien, Argentinien, Chile, Mexiko, Venezuelae, Spanien und Brasilien, die dem Ablauf der Erzählung folgend die Teile der Weihnachtsgeschichte umrahmen, sind behutsam choreografiert und abwechslungsreich mit Gitarren, Flöten und Akkordeon instrumentiert. Sie harmonisieren wunderbar mit der besinnlichen Weihnachtsgeschichte und bringen Lebenslust in dunkle Dezembertage. Infos über den Chor bei der Chorsprecherin Waltraud Boltz, Telefon 06826/80193. (ps)
(Erschienen am 27. November im WOCHENBLATT für die Verbandsgemeinde Landstuhl) |
veröffentlicht um 20.11.2008 06:55 von Melanie Müller von Klingspor
[
aktualisiert 13.10.2009 04:38 von Vitalij Lubeschanin
]
Neues OP-Verfahren bei Krampfadern wird am St. Johannis-Krankenhaus angeboten
Das St. Johannis-Krankenhaus bietet eine neue Methode zur Behandlung von Krampfadern an. Mit dem so genannten Closure-Verfahren müssen Krampfadern nicht mehr gezogen werden, sondern können fast schmerzfrei mit einem Katheter von innen erwärmt und verschlossen werden. Dadurch sind die Patienten in der Regel noch am Tag des Eingriffs wieder mobil. Der 59-jährige Heiner Kleber war einer der ersten Patienten, die sich für das neue Verfahren entschieden haben.
„Ich hatte gar nicht so sehr schlimme Schmerzen. Aber ich wusste, dass ich Krampfadern habe, das habe ich ja gesehen. Deshalb wollte ich den Eingriff machen lassen, um ein Fortschreiten zu verhindern.“ Heiner Kleber hatte Krampfadern und auch die als Besenreißer bekannten roten Stellen an den Fußknöcheln. „Krampfadern können irgendwann richtig starke Beschwerden machen“, weiß der Chefarzt der Chirurgie, Harald Schultz, der die Operation gemacht hat. Nun hoffen Kleber und sein behandelnder Arzt, dass diese rot geäderten Stellen in Folge der Behandlung weitgehend verschwinden. „Das passiert, wenn die Besenreißer in dem behandelten Krampfadergebiet sind“, erklärt der Chirurg.
Krampfadern zugrunde liegt ein Schaden an den sich öffnenden und schließenden Klappen in den Venen, die das Blut zum Herzen zurück transportieren. Sind diese Klappen beschädigt, schließen sie nicht mehr richtig und das Blut fließt statt zum Herzen zurück wieder in die Gefäße an den Beinen. Das verursacht Schmerzen, Krampfadern und schwere, müde und geschwollene Beine.
„Ich arbeite als Polizist in der Gesundheitsprävention“, erzählt Kleber. „Ich weiß, dass man sich mehr bewegen und nicht mit überschlagenen Beinen sitzen soll. Darauf werde ich auch in Zukunft mehr achten.“ Die Entscheidung für die neue Behandlungsart, das Closure-Verfahren, hat er sehr überlegt getroffen: „Ich habe in einer medizinischen Zeitschrift davon gelesen. Weil ich Herrn Schultz schon von einer anderen Operation kannte, habe ich ihm davon erzählt und entschieden, dass mir diese Art der Behandlung mehr zusagt, als das Venenstripping.“ Seit Anfang Oktober bietet die chirurgische Abteilung des St. Johannis-Krankenhauses das Verfahren an, und Kleber hat eben so lange darauf gewartet.
„Weil man am selben Tag wieder nach Hause kann und sich nicht so lange schonen muss, habe ich mich dafür entschieden“, nennt er die Gründe. Das Verfahren kann problemlos ambulant durchgeführt werden. „Bei Herrn Kleber haben wir den Eingriff in Vollnarkose gemacht, weil wir zusätzlich zu dem Closure-Verfahren an dem linken Bein auch noch Abschnitte konventionell operieren mussten. Ansonsten ist die Operation auch in örtlicher Betäubung möglich.“, erklärt Chefarzt Schultz. „Wenn schon ausgeprägte Seitenäste der Krampfadern vorhanden sind, muss man diese zusätzlich entfernen. Bei weniger ausgeprägten Befunden kann man auch eine Rückbildung nach dem Closue-Verfahren ohne weitere Maßnahmen erwarten.“ Bei dem neuen Verfahren wird durch einen kleinen Hautstich unter Ultraschall-Kontrolle der Closure-Katheter in die kranke Vene eingeführt“, beschreibt der Chefarzt das Vorgehen. „Der etwa zwei Millimeter starke, bis zu 100 Zentimeter lange Hochfrequenz-Katheter überträgt Hitze auf die Venenwand. Wenn man den Katheter schrittweise zurückzieht, wird die kranke Vene verschlossen und das Blut fließt in gesunden Venen in Richtung Herz.“ Die Einstichstelle werde mit einem Verband bedeckt und der Patient müsse etwa drei Wochen Kompressionsstrümpfe tragen, könne aber schon am Tag der Behandlung wieder seine normalen Alltagsaktivitäten aufnehmen.
Weil man den Katheter in der Vene nur geradeaus, nicht aber durch starke Windungen bewegen könne, eigne sich das Verfahren vorwiegend für die oberflächlichen Stammvenen oder kräftige, nicht zu stark geschlängelte Seitenäste.
Beim sonst üblichen, so genannten Stripping-Verfahren, werden Einschnitte in der Leiste und an der Wade oder am Innenknöchel vorgenommen und ein Venenstripper durch die kranke Vene eingeführt. Die auf dem Stripper aufgefädelte Vene wird dann aus dem Bein gezogen. Das Closure-Verfahren gehört dagegen zu den minimal-invasiven Eingriffen. Sichtbare Narben entstehen nicht.
„Derzeit wird das Verfahren von den gesetzlichen Krankenkassen leider noch nicht bezahlt, obwohl es das schonendere Verfahren ist“, bedauert Schultz. Die Sonde koste rund 500 Euro, hinzu kämen noch die Kosten des Eingriffes und für die Anästhesie.
(Erschienen am 19. November in DIE RHEINPFALZ, Ausgabe "Pfälzische Volkszeitung") |
veröffentlicht um 20.11.2008 06:45 von Melanie Müller von Klingspor
[
aktualisiert 13.10.2009 04:40 von Vitalij Lubeschanin
]
Harald Schultz operiert am Johannis-Krankenhaus immer mehr stark übergewichtige Menschen „Es kommen immer mehr Patienten zu uns die so dick sind, dass ihnen nur noch mit einer Operation geholfen werden kann.“ Der Chefarzt der Chirurgie des Landstuhler St. Johannis-Krankenhauses, Harald Schultz, operiert hier seit drei Jahren übergewichtige Menschen und hilft diesen so beim Abnehmen. Schultz: „Ich würde sagen, die massive Adipositas ist eine Krankheit, die chirurgisch heilbar ist.“ „Es geht nicht um Leute, die denken, sie wären zu dick, haben aber nur ein paar Kilo zu viel. Zu mir kommen Menschen, die wiegen 160 Kilo und mehr“, sagt Schultz. „Mein schwerster Patient wog 205 Kilogramm.“ In der Regel führe das Gewicht zu schlimmen, die Lebenserwartung stark verkürzenden Begleiterkrankungen. „Übergewichtige Menschen entwickeln nach Jahren meist Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Schlafapnoe – also nächtliche Atemaussetzer – und Gelenkerkrankungen“, zählt er auf. Hinzu kämen oft noch Pilzerkrankungen der Haut in den Speckfalten, weil dort ein ständig feuchtes Areal vorliegt. „Aus Studien weiß man, dass bei Menschen mit einem Body Mass Index über 40 nur zwei Prozent in der Lage sind, ihr Gewicht durch Ernährungsumstellung und Bewegung deutlich zu reduzieren und auch zu halten. Bei allen anderen schlagen diese herkömmlichen Versuche des Abnehmens fehl, oder sind nicht von Dauer“, berichtet der Chirurg. Diesen könne man mit einer Operation gut helfen: „Am häufigsten setzen wir einen so genannten Magenbypass. Bei einigen wenigen Patienten kommen auch ein Magenband oder eine Schlauchmagenbildung in Frage.“ Die Ernährungsgewohnheiten, Begleiterkrankungen und das Ausmaß des erforderlichen Gewichtsverlustes geben den Ausschlag für die Wahl der Methode. Beim Magenbypass werde der Magen des Patienten quasi stillgelegt, indem ein Großteil des Magens abgetrennt wird. Der kleine Restmagen am Mageneingang werde direkt mit dem Dünndarm verbunden. So werden ein Großteil des Magens und der Zwölffingerdarm von der Nahrungspassage ausgeschlossen. „Das bedeutet, dass der Magen nur noch etwa die Größe eines Eies hat und weniger als zehn Prozent des ursprünglichen Volumens“, erklärt Schultz. „Das führt zu einem schnelleren Sättigungsgefühl.“ Die stark übergewichtigen Menschen nähmen dadurch im ersten Jahr nach der OP im Schnitt zwischen 40 und 50 Kilo ab. „Allerdings bedeutet das auch, dass diese Patienten ihr restliches Leben lang Kalzium, Eisen, Spurenelemente und Vitamine in Tablettenform einnehmen müssen, da davon nicht mehr genug aus der reduzierten Nahrungsmenge aufgenommen werden kann“, sagt Schultz. Die Operationen würden minimal-invasiv (über Bauchspiegelung) vorgenommen. Schwierig sei dabei die Narkose. Jeder dieser Patienten sei wegen des massiven Übergewichtes ein Risikopatient. „Darüber hinaus braucht man natürlich ein spezielles Equipment. Betten, OP-Schleusen, der OP-Tisch, die Instrumente – das muss alles auf die Besonderheit dieser Menschen zugeschnitten sein“, beschreibt Schultz die Herausforderung an die Ausstattung. „Wir können die Adipositas bei uns im Johanniskrankenhaus ganzheitlich behandeln“, berichtet der Chirurg. „Beratung zur Umstellung der Essgewohnheiten bieten unsere Ernährungsberaterinnen. Ein Bewegungsprogramm bekommen die Patienten nach der OP im Zentrum für ambulante Reha (ZAR) hier bei unserem Krankenhaus.“ Als Vorbereitung bei ganz extremem Übergewicht könne man mit den internistischen Kollegen einen Magenballon einlegen, um das Gewicht vor der OP zu reduzieren.“ Und nach etwa zwei Jahren, wenn die Patienten eine so genannte Bauchschürze haben – das überdehnte Gewebe, das sich nicht mehr zurückbildet und am Bauch herunterhängt – stehe mit Hansjürgen Jost ein plastischer Chirurg als Belegarzt zur Verfügung, der diese operativ entfernen kann. Im Jahr 2007 hat Schultz 55 Adipositas-Operationen vorgenommen, 80 Prozent an Amerikanern. „Der Bedarf steigt. Trotzdem handhaben die meisten Krankenkassen die Übernahme der OP-Kosten rigide“, ist Schultz kritisch. „Dabei sind die Kosten für die Kassen bei diesen OPs wesentlich geringer, als wenn man die Patienten jahrelang wegen ihrer Folgeerkrankungen behandeln muss.“ Laut Schultz haben die Menschen nach einer OP eine reelle Chance auf ein normales Leben in einem normal schweren Körper. (Erschienen am 17. November in DIE RHEINPFALZ, Ausgabe "Pfälzische Volkszeitung") |
veröffentlicht um 04.09.2008 03:00 von Markus Brand
[
aktualisiert 04.09.2008 04:57 von Vitalij Lubeschanin
]
Krankenhaus-Geschäftsführer Günter Merschbächer fordert mehr Geld für Klink
"Noch schreiben wir eine schwarze Null, doch die wirtschaftliche Lage gerade der kleineren Kliniken wird immer schwieriger", sagt der neue Geschäftsführer des Landstuhler St. Johannis-Krankenhauses, Günter Merschbächer. Eine Situation, die er nicht länger hinnehmen will, da sie auch die Versorgung der Patienten gefährde: "Die Zitrone ,Krankenhaus' ist ausgequetscht. Jetzt müssen wir auf die Barrikaden gehen." ... (mehr im Attachment unten, Quelle: Tageszeitung "Die Rheinpfalz", Pfälzische Volkszeitung, erschienen am 3. September 2008)
|
veröffentlicht um 27.08.2008 06:17 von Melanie Müller von Klingspor
[
aktualisiert 13.10.2009 04:41 von Vitalij Lubeschanin
]
Derzeit wird noch gebaut, aber spätestens zum Anfang des kommenden Jahres wird sie eröffnet: Die onkologische Rehabilitationsklinik am St. Johannis-Krankenhaus in Landstuhl. Mit dem Bau der Reha fügt das Krankenhaus seinem Behandlungskonzept für Krebspatienten einen weiteren Baustein hinzu. Künftig wird es dadurch möglich, an Krebs erkrankten Menschen der Westpfalz sämtliche Diagnose-, Behandlungs- und Rehabilitationsmöglichkeiten an einem Ort zu bieten. „In der Regel ist es so, dass Krebspatienten hier in der Region weite Wege in Kauf nehmen müssen, um ein adäquates medizinisches Angebot zu finden. Das führt dazu, dass manche Patienten sich gar nicht erst auf den Weg machen“, sagt der Chefarzt der Inneren Abteilung des St. Johannis-Krankenhauses, Hans-Jürgen Gabriel. Das Krankenhaus in Landstuhl gehe mit einem zukunftsträchtigen Konzept neue Wege in der Versorgung von Menschen mit der Diagnose Krebs: Eine so genannte Verbundlösung soll für eine ganzheitliche Behandlung tumorkranker Menschen sorgen. „Die Lösung setzt sich zusammen aus verschiedenen Bausteinen, die gemeinsam einen Verbund von Einrichtungen bilden“, so Gabriel. Laut Einschätzung des Chefarztes entsteht so ein Netzwerk, das Modellcharakter besitzt und in Rheinland-Pfalz in dieser Form bisher nicht vorhanden ist. Die Bausteine des Netzwerkes setzen sich laut Gabriel zusammen aus Krebsvorsorge-Untersuchungen, einer stationären Krebsdiagnostik und Therapie, der Möglichkeit der medikamentösen oder operativen Therapie, der Chemotherapie in der onkologischen Tagesklinik, die sich an den stationären Aufenthalt anschließt, der Kooperation der St. Johannis-Frauenklinik mit vier weiteren Kliniken im Brustzentrum Westpfalz/Nahe, der Möglichkeit ambulanter onkologischer Rehabilitation, die das Angebot des Zentrum für ambulante Rehabilitation (ZAR) auf dem Gelände des St. Johannis-Krankenhauses ergänzen wird, dem Angebot stationärer und ambulanter Palliativmedizin, des ambulanten Hospizdienstes sowie des geplanten stationären Hospizes. „Alle diese Bausteine bietet das St. Johannis-Krankenhaus in Landstuhl im eigenen Haus an. Dadurch sind für die Patienten kurze Wege, eine vertraute Umgebung und vertrautes Personal ebenso gegeben, wie die Versorgung auf höchstem medizinischem Niveau, entsprechend der neuesten Erkenntnisse der Tumorbehandlung“, erklärt Gabriel. Da aber zum Beispiel Patienten mit urologischen Krebserkrankungen oder auch Leukämie im St. Johannis-Krankenhaus nicht behandelt werden könnten, bestehe darüber hinaus eine Kooperation mit dem Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern. „Dadurch ergänzen sich die beiden Häuser, so dass den Patienten in unserer Region ein Höchstmaß an Fachkompetenz in allen Stadien ihrer Erkrankung zur Verfügung steht“, sagt Gabriel. So könnten die Patienten des Westpfalz-Klinikums auch auf der Palliativstation in Landstuhl aufgenommen werden oder ab kommendem Jahr das dortige Zentrum für onkologische Rehabilitation besuchen.
(Erschienen am 27. August in DIE RHEINPFALZ, Ausgabe "Pfälzische Volkszeitung") |
|