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Am St. Johannis-Krankenhaus Landstuhl entfernt der Chefarzt der Chirurgie, Harald Schultz, seit kurzem Gallenblasen und Gallensteine bei ausgewählten Patienten ausschließlich durch den Nabel. „Das bedeutet für den Patienten keine sichtbaren Narben am Bauch“. „Gallensteine sind oft sehr unangenehm“, erläutert der Chirurg. „Sie sind ein chronischer Krankheitsherd und Anlass von Entzündungen. Sie verursachen Symptome wie Koliken, unspezifische Oberbauchschmerzen oder Entzündungen; auch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse ist durch wandernde Gallensteine möglich. Letztlich kann sich auch eine bösartige Erkrankung der Gallenblase entwickeln und dann ist die Prognose schlecht.“ Leidet ein Patient an Gallensteinen, wird die Gallenblase mit den darin befindlichen Steinen entfernt. „Früher hat man die Bauchdecke geöffnet und dabei die Muskulatur und die Nervenstränge durchschnitten. Das hat natürlich nach der Operation stärkere Schmerzen verursacht und Wundheilungsstörungen hat es auch gegeben“ erzählt Schultz. In den 90er Jahren habe dann aber die minimal-invasive Chirurgie Einzug in die Operationssäle gehalten und sich die laparoskopische Gallenblasenentfernung weltweit nach unglaublich kurzer Einführungszeit verbreitet. „Bei der neuen so genannten ,Single Port-Methode’ setzt der Operateur einen Kunststoffring von etwa drei Zentimetern Durchmesser in den Nabel ein, der drei Öffnungen für die Kamera, das Halte- und das Präparier-Instrument hat“, erklärt der Chefarzt. „Über diesen Nabelzugang wird die Gallenblase dann operiert.“ Dieses Vorgehen dauere etwas länger als das übliche Verfahren mit drei oder vier kleinen Schnitten und erfordere vom Operateur etwas mehr Geschick. „Das Handling ist schwieriger, weil beim Arbeiten alle Geräte eine identische Ausrichtung haben. Man ist sich selbst im Weg, wenn man die Richtung des Instruments ändert“, sagt Schultz. Der Vorteil, den vor allem jüngere Frauen schätzen, sei, dass keine sichtbaren Narben zurückbleiben. Frauen sind laut Chefarzt Schultz auch die Patientengruppe, die häufiger von Gallenblasenproblemen betroffen ist: „Studien haben gezeigt, dass am häufigsten übergewichtige blonde Frauen nach einer Geburt und nach mehreren Diäten betroffen sind.“ 250 bis 300 Patientinnen und Patienten mit Gallenblasenproblemen operiert Schultz am St. Johannis-Krankenhaus pro Jahr. „Allerdings ist die neue Methode nicht für alle Patienten geeignet“, schränkt der Mediziner ein. „Man sollte kein Übergewicht haben und man sollte vorher noch keine größere Bauch-Operation gehabt haben. Wenn das Gewebe am Nabel schon vernarbt ist, kann man es mit dem Single-Port meist nicht machen.“ |