Málaga, Gibraltar und viel Kultur
Auch dieses Jahr fuhr die Stufe 13 wieder in der Woche vor
den Herbstferien auf Studienfahrt, und für eine der beiden Gruppen ging es am
3. Oktober 2009 nach Málaga in Südspanien. Dort erwartete die Schüler ein
Einblick in die spanische Kultur und Lebensweise und auch die Besichtigung
vieler weltberühmter Sehenswürdigkeiten. Die Fahrt war zuvor lange und mit
vielen Referaten vorbereitet worden. Als Lehrer bzw. Betreuer fuhren Herr
Hüskes, seine Frau und Herr Büngers mit.
Natürlich wurde nach Spanien geflogen, und so begann der
erste Tag der Fahrt schon früh am Samstagmorgen. Das hatte vor allem den
Vorteil, dass noch der gesamte Tag zur Verfügung stehen sollte, und so fuhr man
direkt nach der Unterbringung des Gepäcks in das Zentrum von Málaga. Hier stand
zunächst die große Kathedrale der Stadt auf dem Programm, womit die Woche
eindrucksvoll begonnen wurde. Und auch mit der lokalen Küche, zum Beispiel den
Tapas, machte die Gruppe sofort erste Erfahrungen. Abends machten sich
schließlich alle auf zum Strand: Das Wetter war perfekt, tagsüber 30° und
Sonnenschein, nachts nie unter 20°.
Am Sonntag wurde bis zum Nachmittag die Stadtbesichtigung
Málagas fortgesetzt: Diesmal wurden das Castillo Gibralfaro und die Alcazaba
besucht, zwei alte maurische Burganlagen, wofür zunächst ein Höhenunterschied
von 140m überwunden werden musste, was die Gruppe freiwillig zu Fuß bewältigte.
Am Montag fuhr die Gruppe schon um halb acht mit dem
Reisebus Richtung Gibraltar, dem britischen Überseegebiet, ab. In Spanien auf
eine winzige Halbinsel zu fahren, übrigens mit Überquerung der Start- und
Landebahn des dortigen Flughafens, auf der tatsächlich die typisch englische
Kultur vorzufinden ist, ist wirklich etwas Besonderes. Sehr beeindruckend war
aber auch der Blick auf Afrika vom Felsen an der Meerenge aus. Wieder in Málaga
angekommen, wurde mit den Betreuern zusammen zu Abend gegessen.
Der nächste Tag begann genauso früh. Auf dem Weg nach Ronda
machte die Gruppe erst einmal bei der römischen Ausgrabungsstätte von Acinipo
Halt. Hier gab es vor allem ein altes römisches Theater zu sehen. In Ronda
selbst sah sich die Gruppe zunächst die geschichtsträchtige Stierkampfarena an.
Aber auch die Besichtigung der Puente Nuevo bot eine umwerfende Aussicht, denn
diese Brücke führt über eine tiefe Schlucht. Doch damit war noch lange nicht
Schluss: Auf der Rückfahrt von Ronda aus wurde eine Route gewählt, die über
eine Serpentinenstraße führt, wo man wirklich einzigartige Impressionen der
dortigen Gebirgslandschaft bekam. Zuletzt ging es noch einmal nach Puerto
Banús, dem reichen Hafenviertel von Marbella. Auf dem Rückweg auf der Autovía
del Mediterráneo an der Küste entlang zurück nach Málaga fiel die extrem dichte
Küstenbebauung auf.
Als die Gruppe jedoch am Mittwochmorgen in der Stadt Córdoba
die Mezquita betrat, machte sich bei allen Staunen breit: Eine große
Kathedrale, hineingebaut in eine noch größere ehemalige Moschee, die an sich
schon einzigartig in der Welt ist. Diesen Eindruck kann und braucht man wohl
nicht mit Worten zu beschreiben. Den ganzen Tag lang begleitete ein Führer die
Gruppe, und nach der Erkundung des besagten Gebäudes wurde zuerst ein Rundgang
durch die Altstadt Córdobas mit ihren diversen Sehenswürdigkeiten gemacht.
Daraufhin besuchte man die wunderschönen Gärten des Alcázar
de los Reyes Cristianos, bevor es eine Mittagspause gab. Es wurden wieder
einige typische Gerichte ausprobiert (z.B. Stierschwanz). Anschließend ging es
in das kleine Museum im Torre de Calahorra, wo man auch einiges über die
geistige Kultur der Mauren erfuhr. Dabei waren viele von der
Fortschrittlichkeit der damaligen Philosophen und religiösen Denker überrascht. Den Tagesabschluss bildete eine
Führung durch die Ruinen der Medina Azahara.
Doch die mit Abstand bekannteste Sehenswürdigkeit Andalusiens
sollte noch am Donnerstag folgen: die Alhambra in Granada. Unter kundiger
Führung wurde dieses Weltkulturerbe besichtigt. Jeder hat schon einmal Bilder
von dem Myrtenhof in einem der Paläste gesehen, doch einmal dort gestanden zu
haben, ist etwas völlig anderes. Später gab es in Granada allerdings auch noch
andere Dinge zu sehen; unter anderem das maurische Stadtviertel und eine
Flamenco-Darbietung.
Der Donnerstagabend war insofern besonders, als dass es
Freitag kein Programm geben sollte. Man konnte also bis tief in die Nacht tun,
wozu man Lust hatte, ohne sich über den nächsten Tag Gedanken zu machen.
Aus diesem Grunde war der Freitag für die meisten wohl eher
ein halber als ein ganzer freier Tag.
Ähnlich verhielt es sich mit dem Samstag, der halb zur Verfügung stand, da der Flug erst
nach 19:00 Uhr ging, und deshalb fast komplett am Strand verbracht wurde.
Und so war die Studienfahrt also nicht „rundum gelungen“ und
auch nicht „voller positiver Eindrücke“, sondern einfach verdammt genial. Und
zwar einerseits, weil das Programm wohl jedem in der Gruppe Eindrücke beschert
hat, die er nie mehr vergessen wird, egal was er später von seiner Schulzeit
noch weiß oder schon vergessen hat, und andererseits, weil sich viele in der
Gruppe besser und von einer ganz anderen Seite kennengelernt haben. Was will
man mehr?
Christian Schulz