Hakuna Matata! Safari heißt nicht Großwildjagd, sondern Reise! Das wissen wir CVJM-Pfadfinder schon lange, denn wir haben uns schon öfter mit Afrika und besonders den tansanischen Massai beschäftigt. Am 12. September 2009 gingen wir auf Safari, nämlich per Bus nach Breklum. Die Fahrt konnten wir kostenlos anbieten, vielen Dank an die Unterstützenden! Über 40 Reisende, Pfadfinder, einige Eltern und Großeltern sowie Sven, Heike, Hagen und Silke waren der Einladung des Vereins „Hilfe für die Massai“ gefolgt und freuten sich auf die Teilnahme am Missionsfest. Besonders freuten sich alle, Angelika Wohlenberg und ihre tansanischen Freunde kennen zu lernen. Durch Vorträge und Vorgelesenes aus dem Buch „Mama Massai“ von Hanna Schott war sie uns schon ganz vertraut. Nun wollten wir es ja wissen, ob die „Sister“, Hebamme, Krankenschwester, Gesundheitsberaterin und Missionarin tatsächlich ein bisschen verrückt ist, wie die Massai sagen, und das sogar in allen Ehren, nämlich als Trägerin des Bundesverdienstkreuzes!
Schon um 8.00 Uhr morgens ging die Fahrt in Tolk los und wir waren rechtzeitig in Breklum. Der Festtag begann mit einem Gottesdienst und unsere Grünhemden wurden freudig begrüßt. Pastor Jan-Philip Strelow leitete uns in den bunten Gottesdienst. Pastor i. R. Hartmut Bärend, ehemaliger Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft missionarische Dienste hielt eine mitreißende Predigt, bei der alle gespannt zuhören mochten. Angelika Wohlenberg und die Massai, die wunderschöne, traditionelle Gewänder trugen, musizierten und sangen eingängige Lieder, in die wir schnell einstimmen konnten. Immer wieder erzählte Angelika Geschichten oder übersetzte mit vollem Körpereinsatz die Erzählungen von dem Massai Yohana Olekite, wie er zu Gott fand, von der Sprache Kimassai ins Deutsche. Die Fürbitten auf Kimassai waren lang, laut und leidenschaftlich. Unsere Pfadis, inzwischen auf dem Fußboden vor dem Altarraum sitzend, waren ganz in den Bann gezogen und sahen sicher alles bildlich vor sich.
Nach fast eineinhalb Stunden, die wie im Fluge vergingen, zogen wir zum Christian-Jensen-Kolleg, wo das Mittagessen schon auf uns wartete. Die Breklumer Pfadfinder waren überall zur Stelle und halfen, wo sie konnten. Noch mehr Gäste hatten sich eingefunden und nutzten das Angebot, nach dem Essen an verschiedenen Workshops teilzunehmen oder Vorträge zu hören. Schwester Angelika nahm sich der Kleinsten an und gab z. B. Puppentheater zum Besten. Eigentlich hatte sie etwas Ruhe und Einkehr verdient, aber sie machte keine Pause, beantwortete Fragen, posierte für Fotos, war manchmal anscheinend an mehreren Orten gleichzeitig und warb mit ihrer Begeisterung und freundlichen Offenheit für ihren Verein „Hilfe für die Massai e. V.“. Bei der vielen Arbeit und ihrem unermüdlichen Einsatz muss man tatsächlich ein bisschen verrückt sein, um durchzuhalten und alles im Auge zu behalten.
Ein Workshop bot die Möglichkeit, an einem Schnellkurs Kisuaeli teilzunehmen und so lernten wir, dass „Hakuna Matata“ tatsächlich „Mach dir keine Sorgen!“ heißt und auf die Frage „Jina lako nani?“ die Antwort lauten kann: „Jina langu ni Silke!“ Angst vor einer „Nyoko“ (Schlange) oder einem „Kitaru“ (Nashorn) mussten wir in Breklum nicht haben. Auch hatten die Kinder überhaupt keine Berührungsängste beim Tanz- und Gesangsworkshop mit Elisaba Alamayani, Dorothea Qwarse und der 12jährigen Penina Obedi. Gesang, Tanz und Lachen sind international und „Dunkel und Blass“ fanden schnell zueinander und unterhielten sich irgendwie, aber dennoch fließend über Choreographien und Speerwurftechniken.
Alle waren beschäftigt und gut unterhalten und nach einem reichhaltigen Kuchenbuffet machten wir uns auf den Weg zurück nach Tolk. Das Programm lief noch bis in den Abend. Wer sich über den Verein „Hilfe für die Massai“ und das gute Werk von Angelika Wohlenberg informieren möchte, kann dies unter www.massai.org tun. Wir haben viel mitgenommen von diesem ereignisreichen Tag, wir, die nach Uhren leben, Termine einhalten müssen und schon in jungen Jahren so einigen Zwängen unterworfen sind. Die Afrikaner haben ein schönes Sprichwort: „Ihr Europäer habt die Uhren. Wir haben die Zeit.“ Silke Grosser
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